Ein Schmuckstück am Gleis

STEINACH. Mit Herzblut und Engagement hat ein Team um Fritz Heinze dem Bahnwärterhäuschen in Steinach neues Leben eingehaucht. Am Samstag dürfen sich Neugierige davon überzeugen.

Kathrin Reimann
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Dank dem Kernteam um Fritz Heinze (links) erstrahlt es in neuem Glanz. (Bild: Kathrin Reimann)

Dank dem Kernteam um Fritz Heinze (links) erstrahlt es in neuem Glanz. (Bild: Kathrin Reimann)

Stolz stehen sie vor dem herausgeputzten Häuschen, Fritz Heinze und der harte Kern seiner Truppe. Nur noch der Feinschliff fehlt, ansonsten haben es die Pensionäre erreicht, ihr sich selbst gestecktes Ziel, das baufällige Gebäude wieder in ein schmuckes Bahnwärterhäuschen zu verwandeln. Dafür brauchte es ein starkes Team, einen guten Plan, einige Monate Zeit, Spenden von Firmen und Privaten, Fronarbeit und viel Herzblut, Energie und Schweiss.

Ein Stich ins Herz

Die Idee zur Renovation hatte Heinze schon vor einiger Zeit. «Seit meinem Zuzug vor acht Jahren ging ich fast täglich an dem heruntergekommenen Häuschen vorbei», erzählt er. Als Eisenbahnfan habe ihm dessen Zustand jeweils einen Stich ins Herz versetzt. «Glückliche Zufälle führten mich dann zu Menschen, die sich für meine Idee begeistern liessen», erklärt er. Gemeinsam mit Toni Betschart, Guido Wüst, Sylvia Hagen und Peter Fuhrimann gründete er das Gremium, welches die Renovationsarbeiten genau vorbereitete und plante. Am Pfingstdienstag begann die Truppe dann mit der praktischen Umsetzung dieses Plans auf der kleinen Baustelle. «Bis wir die Schaufel in der Hand hatten, war es streng. Aber von da an lief es wie von selbst», erzählt Heinze. Und so verrichteten verschiedene Profi- und Laienhandwerker Dachdeckerarbeiten, erneuerten die Holzverkleidung, gaben dem Häuschen einen neuen Anstrich, besserten den Verputz aus, ersetzten zerfallenen Sandstein sowie alte Fenster und Türen. Im Häuschen verlegten sie einen neuen Teppich. Nach nur fünf Wochen war das Häuschen kaum wiederzuerkennen.

Läutwerk alarmiert wieder

Besonders stolz ist Fritz Heinze aber auf das Läutwerk. «Sein Zustand war bedenklich», sagt er. Unter Anleitung von Dampflokomotiven-Fachmann Johann Gröbli und dessen Frau Sonja unterzogen sie das Warninstrument einer Generalrevision. Frisch gestrichen und funktionierend thront es nun wieder neben dem Bahnwärterhäuschen. Zum Einsatz kommen wird es aber kaum. «Das Häuschen benutzt die Steinacher Wasserversorgung, sie hat es von den Besitzern, den SBB, gemietet.» Diese haben die Renovierung lediglich zur Kenntnis genommen und verlangten, dass alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Renovationsarbeiten so nahe an den Gleisen seien nicht ungefährlich. Wie lange die SBB das Häuschen noch stehen lassen werden, ist unklar. «Wir hoffen, noch eine Weile», sagt Fritz Heinze.

Er und sein Team sind so oder so zufrieden mit der geleisteten Arbeit. «Ich gehe jetzt wieder gerne daran vorbei», sagt Heinze. Ausserdem habe er menschlich wie fachlich stark profitiert. Ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, das kann er sich gut vorstellen. «Am Montag möchte ich aber vorerst einfach mal wieder Pensionär sein.» Zuerst wird aber am kommenden Samstag gefeiert, am Tag der offenen Türe im Bahnwärterhaus am Kirchweg in Steinach. Von 10 bis 16 Uhr schildern die Beteiligten ihr Vorgehen, untermalen dies mit Bildern und erklären die Technik eines Läutwerkes. Eine kleine Festwirtschaft und musikalische Unterhaltung mit dem Steinacher Duo Mirendos sind organisiert.

Noch vor wenigen Wochen war das Häuschen in einem schlechten Zustand. (Bild: Fritz Heinze)

Noch vor wenigen Wochen war das Häuschen in einem schlechten Zustand. (Bild: Fritz Heinze)