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Ein runder Tisch fürs Parlament

Tische im Kreis und versenkbare Wände: Das Siegerprojekt für die Sanierung des Waaghauses steht fest. Es heisst «AOI» und stammt von denselben Architekten, die bereits den Wettbewerb für die Marktplatz-Neugestaltung gewonnen haben.
Malolo Kessler/Tobias Hänni
Von Angesicht zu Angesicht: Die kreisförmige Anordnung der Tische soll die Parlamentarier zu konstruktiven Gesprächen anregen. (Bild: Visualisierung: pd)

Von Angesicht zu Angesicht: Die kreisförmige Anordnung der Tische soll die Parlamentarier zu konstruktiven Gesprächen anregen. (Bild: Visualisierung: pd)

Ein Erdgeschoss, das als Unort bezeichnet wird. Ein Obergeschoss, das nicht komplett rollstuhlgängig ist. Und Räume, die im Winter zu kalt, im Sommer zu warm sind: Der bauliche Zustand des Waaghauses hat sich in den letzten zehn Jahren weiter verschlechtert.

Nun soll bald frischer Wind durch die alten Gemäuer wehen. Die Stadt möchte das Waaghaus für acht Millionen Franken sanieren. Dafür hat sie einen zweistufigen Planungswettbewerb durchgeführt. Das Siegerprojekt wurde am Mittwochabend vorgestellt: Das Rennen machte «AOI» von den St. Galler Architekten Armin Benz und Martin Engeler. Keine Unbekannten – sie gewannen bereits den Gestaltungswettbewerb für die Sanierung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt, die Mitte Mai an der Urne scheiterte.

Repräsentativ und flexibel

Der Wettbewerb wurde anonym durchgeführt. Entsprechend überrascht war auch Baudirektorin und Jurypräsidentin Elisabeth Beéry, als sie erfuhr, von wem das Siegerprojekt stammt. «Eigentlich hätte ich gedacht, ich würde den Stil dieses Büros erkennen», sagt sie. «Nach der ganzen Arbeit am Marktplatz-Projekt.» Aber im nachhinein sei klar geworden, dass nur St. Galler Architekten, die das Waaghaus kennen, ein derartiges Projekt verfassen konnten.

Die Vorgaben der Stadt, den Parlamentssaal im Obergeschoss repräsentativ und flexibel nutzbar zu gestalten sowie eine breite Nutzung der Halle im Erdgeschoss zu ermöglichen, wurden laut der Stadträtin optimal erfüllt. «Die Projektsieger haben sich akribisch mit den Ansprüchen der verschiedenen Nutzergruppen auseinandergesetzt», fügt Stadtbaumeister Erol Doguoglu hinzu. Der Sanierungsvorschlag belasse «die einfache Baustruktur des Waaghauses» und gewährleiste zudem mit dem Bau des Treppenhauses im Osten ein zum Marktplatz hin offenes Gebäude.

Kein Waaghaussaal mehr

«Die Sanierung des Waaghauses ist eine herausfordernde Aufgabe», sagt Architekt Martin Engeler. Beim Parlamentssaal sei der knappe Platz eine konzeptionelle Herausforderung gewesen. Das Projekt sieht vor, dass das Obergeschoss künftig nur noch aus Foyer, Zuschauertribüne und Parlamentssaal besteht. Der Waaghaussaal fällt weg. Mit kreisförmig angeordneten Tischen für die Parlamentarier kann der neue Raum laut Engeler optimal ausgenutzt werden. «Zudem unterstützt diese Anordnung die Aufgabe der Parlamentarier, gemeinsam Lösungen zu finden», erläutert Engeler.

Die flexible Nutzung des Saals werde durch ein einfach zu entfernendes Stadtrats-Podium gewährleistet. «Für andere Veranstaltungen entsteht so eine freie Fläche am Kopf des Saals», sagt der Architekt. Auch die wenigen Höhenabstufungen der Tische würden eine breite Verwendung des Saals ermöglichen. Das Erdgeschoss will das Architekturbüro Benz-Engeler grosszügig und offen gestalten. «Die Halle wird zum Bohl und zum Brühltor ständig geöffnet sein», sagt Engeler. Zudem würden zwei neue Tore zur Post hin die Halle heller und geräumiger wirken lassen. Versenkbare Wände im Innern der Halle ermöglichten bei Bedarf einen geschlossenen Raum.

Baubeginn frühestens 2013

Das Siegerprojekt wird in einem nächsten Schritt mit den Nutzern des Waaghauses – vor allem mit den Parlamentariern – weiterentwickelt. Im Jahr 2012 soll das Parlament über einen Projektierungskredit entscheiden. Läuft alles nach Plan, kann 2013 mit der Sanierung begonnen werden. Elisabeth Beéry hofft, dass das Waaghaus dann zu einem «neuen Wahrzeichen der Stadt» wird.

Originelle Ideen: Besucher begutachten ein Modell im Waaghaussaal. (Bild: Ralph Ribi)

Originelle Ideen: Besucher begutachten ein Modell im Waaghaussaal. (Bild: Ralph Ribi)

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