Ein Rekord mit falschen Zahlen

Der TSV St. Otmar hält seit fast 20 Jahren den Zuschauerrekord in der Schweizer Handballmeisterschaft. Er wird auch beim heutigen Finalspiel nicht fallen: Die Kapazität der Kreuzbleiche reicht nicht aus. Eigentlich.

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Die volle Sporthalle Kreuzbleiche beim Finalspiel gegen Suhr 1999. (Bild: Sammlung Dominique Gmür)

Die volle Sporthalle Kreuzbleiche beim Finalspiel gegen Suhr 1999. (Bild: Sammlung Dominique Gmür)

Kein Rekord ist für die Ewigkeit. Manche halten aber lange. Sehr lange. Fast 20 Jahre alt ist der Zuschauerrekord in der Schweizer Handballmeisterschaft. Aufgestellt wurde er im April 1999 in der Sporthalle Kreuzbleiche. Zu den beiden Heimspielen des TSV St. Otmar im Playoff-Final gegen den TV Suhr strömten jeweils 5000 Zuschauer in die Halle. Schon im Halbfinal gegen Pfadi Winterthur waren 4000 Zuschauer gekommen, das bedeutete Nationalliga-A-Rekord. Und als sich St. Otmar 2001 erneut für den Playoff-Final qualifizierte, lockte das eine Spiel in der Kreuzbleiche 4700 Zuschauer an.

Kein Platz für 5000 Zuschauer

Seither seien zu keinem Meisterschaftsspiel in der Schweiz mehr Zuschauer gekommen, bestätigt Marco Ellenberger, Mediensprecher des Schweizerischen Handball-Verbandes. An den Zahlen von damals gibt es allerdings Zweifel. «Selbst mit Zusatzbauten ist es unmöglich, dass 5000 Zuschauer in der Halle Platz haben», sagt Ellenberger, der in St. Gallen wohnt. Das absolute Maximum in der Kreuzbleiche liege bei 4500. Und das sei auch nur dann möglich, wenn alle Sitzplätze in Stehplätze umgewandelt würden, was damals nicht der Fall war.

Auch Hans Schlegel vom städtischen Sportamt stellt die Angaben von damals in Abrede. Die Verantwortlichen von St. Otmar hätten früher etwas grosszügig gerechnet. «Aber die Halle platzte aus allen Nähten.»

Rekord bleibt unangetastet

Wie auch immer: Der Rekord gilt. Und er wird auch heute, wenn St. Otmar um 17.30 Uhr die Kadetten Schaffhausen zum zweiten Finalspiel empfängt, unangetastet bleiben. Da es keinen Vorverkauf gebe, sei es schwierig abzuschätzen, wie viele Leute zum Spiel kommen werden, sagt der Sportliche Leiter Dominique Gmür. Er geht von 1500 bis 1800 Zuschauern aus. (dag)