Ein pünktlicher Christbaum

Kaum erklingt am Dienstag, 9 Uhr, das erste Geläut der Kirchenglocken, wird es bereits vom Lärm des Helikopters übertönt. Aufgeregt rennt eine Gruppe Schülerinnen und Schüler dem rotweissen Absperrband auf dem Klosterplatz entlang.

Marlen Hämmerli
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Präzisionsarbeit: Der Helikopter setzt den traditionellen Christbaum auf dem Klosterplatz ab. (Bilder: Ralph Ribi)

Präzisionsarbeit: Der Helikopter setzt den traditionellen Christbaum auf dem Klosterplatz ab. (Bilder: Ralph Ribi)

Kaum erklingt am Dienstag, 9 Uhr, das erste Geläut der Kirchenglocken, wird es bereits vom Lärm des Helikopters übertönt. Aufgeregt rennt eine Gruppe Schülerinnen und Schüler dem rotweissen Absperrband auf dem Klosterplatz entlang. Passanten in der Marktgasse wenden sich Richtung Marktplatz und blicken suchend in den Himmel.

Punkt 9 Uhr kommt der Baum

Rasch nähert sich über den Hausdächern der Helikopter. Der Baum hängt bewegungslos am Nylonseil, während der Pilot rechts an der Kirche St. Laurenzen vorbeifliegt und in einem Halbkreis auf das Senkloch zusteuert, in das er den Nadelbaum stellen soll.

Sobald der Helikopter zu sinken beginnt, kommt am Boden zwischen Regierungsgebäude, Kathedrale und Schutzengelkapelle kräftiger Wind auf. Das Absperrband flattert, die Zuschauer stemmen sich gegen die von den Rotoren verursachten Böen. Eine junge Frau schreit überrascht auf.

Wettlauf mit der Tanne

Die Männer vom Tiefbauamt schreckt dies nicht. Obwohl mehrere Schutzhelme davonfliegen und die Äste der Tanne peitschen, arbeiten die Männer routiniert. Sie umringen die Tanne und packen die äussersten Äste. Von links nach rechts schwingt der Baum, von links nach rechts rennen die Arbeiter. Die Szenerie wirkt beängstigend. Gefahr besteht aber keine. Es könne nichts passieren, solange man mit der Bewegung gehe, erklärt einer der Arbeiter später. Kaum ist der Baum ins Lock gestellt, fixieren ihn die Männer mit vier Spanngurten. Einer klettert den Baum hoch und löst die Schlaufe unterhalb der Tannenspitze. Das Aufräumen beginnt.

In den nächsten Wochen wird die Tanne mit beleuchteten Holzhäuschen geschmückt. Produziert hat diese das «Atelier im Sandkasten». Schülerinnen und Schüler des Vorkurses der Schule der Gestaltung setzten die Häuschen zusammen, bemalten und verzierten sie mit einem Muster. Am 29. November erstrahlen die Lichter am Christbaum erstmals. Bis zum Dreikönigstag bleibt der Christbaum auf dem Klosterplatz.

Mit Spanngurten fixieren die Arbeiter die Nordmanntanne. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Mit Spanngurten fixieren die Arbeiter die Nordmanntanne. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))