Ein Preis für junge Forscher

Zum ersten Mal sind im Kanton St. Gallen die besten Maturaarbeiten in den naturwissenschaftlichen Fächern mit einem Preis gewürdigt worden. Laut den Initianten soll dieser unter anderem ein Anreiz für künftige Projekte sein.

Alexandra Pavlovic
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Strahlende Gesichter (von links): Die Jurymitglieder Martin Arnold (WWF) und Toni Bürgin (Naturwissenschaftliche Gesellschaft) zusammen mit den Preisträgern Christian Engler, Alessa Dürr, Clara Zimmermann und Marleen Saks. (Bilder: Urs Bucher)

Strahlende Gesichter (von links): Die Jurymitglieder Martin Arnold (WWF) und Toni Bürgin (Naturwissenschaftliche Gesellschaft) zusammen mit den Preisträgern Christian Engler, Alessa Dürr, Clara Zimmermann und Marleen Saks. (Bilder: Urs Bucher)

Während in der St. Galler Innenstadt sommerliche Temperaturen herrschen, ist es im Erdgeschoss des Naturmuseums schön kühl. Den vier aufgeregten Gesichtern im Saal kommt dies wohl gerade recht. Denn Alessa Dürr, Christian Engler, Marleen Saks und Clara Zimmermann durften am Montagabend ihre Maturaarbeiten vor Publikum präsentieren.

Ansporn für andere Maturanden

Grund dafür war ein Preis, den die Naturwissenschaftliche Gesellschaft (NWG) und der WWF St. Gallen erstmals in diesem Jahr vergeben. Unter 13 eingereichten Arbeiten haben jene der Preisträger vom wissenschaftlichen Wert, der Originalität, der Präsentation und dem praktischen Nutzen her am meisten überzeugt und wurden daher als Finalisten ausgewählt. Der NWG/WWF-Preis soll laut Toni Bürgin, NWG-Präsident und Direktor des Naturmuseums, die geleistete Arbeit würdigen. «Aber auch Ansporn für künftige Maturanden sein, naturwissenschaftliche Arbeiten zu verfassen.»

Gute Qualität der Arbeiten

«Nicht nur für die Maturanden, auch für uns ist der Preis etwas Neues», begrüsst Toni Bürgin das Publikum zur Preisverleihung. Er sei stolz, zusammen mit dem WWF St. Gallen die besten Arbeiten aus den Fächern Biologie, Chemie, Geographie, Physik und Mathematik würdigen zu können. «Wir haben 13 sehr spannende Arbeiten erhalten», sagt Bürgin. Einen solchen Rücklauf habe er nicht erwartet. Umso mehr freue er sich, dass die Idee des Preises Anklang gefunden habe. Und nicht nur das: «Ich und die sechs Jurymitglieder waren von der Qualität der eingereichten Werke überrascht.» Das Niveau sei erstaunlich hoch.

Naturwissenschaften fördern

Ebenso überrascht war auch WWF-Geschäftsführer Martin Zimmermann. Als Initiator des Preises freue es ihn, dass so viele den Mut gehabt hätten, ihre Projekte einzureichen. «Für die Naturwissenschaften gab es so etwas bisher nicht. Wie man sieht, besteht der Bedarf aber allemal.» Mit dem Preis soll laut WWF und NWG künftig stärker auf die sogenannten Mint-Fächer aufmerksam gemacht werden. «Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik finden zu Unrecht zu wenig Beachtung», sagt Toni Bürgin. «Naturwissenschaften sind nicht so verstaubt und langweilig, wie viele denken.»

Dritter Platz zweimal vergeben

Recht geben Bürgin die vier nominierten Finalisten. So hat etwa Alessa Dürr ihre Arbeit in Englisch über die HPV-Impfung bei Jugendlichen verfasst. Marleen Saks hat für ihr Projekt den Schärfegrad von Chilischoten untersucht und diese selber gezüchtet. Den Tieren gewidmet hat sich Clara Zimmermann. In einer Online-Umfrage hat sie die Sarganser Bevölkerung zur Akzeptanz der Calanda-Wölfe befragt. Und Christian Engler, der einzige Mann in der Runde? Er hat einen Tauchroboter gebaut und sich im Bodensee ein wenig umgesehen.

Eigentlich hätten nur drei Arbeiten ausgezeichnet werden sollen. Die Jury sah das anders und hat den dritten Platz zweimal vergeben. So erhielten Marleen Saks wie auch Clara Zimmermann für ihre Leistung jeweils 200 Franken. Der zweite Platz und ein Preisgeld von 300 Franken ging an Christian Engler, und Alessa Dürr durfte sich als Siegerin küren lassen. Sie erhielt 500 Franken. Die restlichen Arbeiten gingen nicht leer aus. Auch sie wurden mit einem Anerkennungspreis von je 100 Franken gewürdigt.

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