Ein Plan für alles Grundsätzliche

Um das Kantonsspital zu erneuern, ist zuerst ein Überbauungsplan nötig. Das Stadtparlament befindet in seiner nächsten Sitzung über das Papier, das Hochhäuser legitimiert, Zufahrten regelt und ein begrüntes Dach zur Pflicht macht.

Roger Berhalter
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Blick über die Rorschacher Strasse auf das künftige Spitalgelände. (Bild: Visualisierung: Hochbauamt des Kantons St. Gallen)

Blick über die Rorschacher Strasse auf das künftige Spitalgelände. (Bild: Visualisierung: Hochbauamt des Kantons St. Gallen)

Es ist ein Riesenprojekt, eine Mammutvorlage. 400 Millionen Franken investiert der Kanton in das neue Kantonsspital, zudem wird das Ostschweizer Kinderspital an denselben Ort gezügelt. Nur acht Seiten aber umfasst die Vorlage, über die das Stadtparlament voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 25. August befindet. Es geht um den Überbauungsplan für das Spitalgelände, und die Parlamentsabstimmung ist der nächste Schritt im Grossprojekt. Opposition ist kaum zu erwarten, denn mit dem Überbauungsplan wird nur umgesetzt, was das kantonale Stimmvolk schon mit grosser Mehrheit beschlossen hat.

Es braucht neue Hochhäuser

Ein Überbauungsplan ist vor allem deshalb nötig, weil auf dem Gelände drei neue Hochhäuser geplant sind: Gebäude, die mehr als acht Stockwerke oder mehr als 25 Meter hoch sind. In der Parlamentsvorlage wird ausführlich begründet, weshalb es sie braucht. So sei es ohne Hochhäuser kaum möglich, die Platzansprüche des Kantonsspitals zu erfüllen. Das Raumprogramm lasse sich «nur mit Hochhäusern effizient und flächensparend verwirklichen». Zudem sei der Standort ideal und gut erschlossen, und auch der Schattenwurf der neuen Hochhäuser führe zu «keinen massgeblichen Nachteilen».

Blick über die Rorschacher Strasse auf das künftige Spitalgelände. (Bild: Visualisierung: Hochbauamt des Kantons St. Gallen)

Blick über die Rorschacher Strasse auf das künftige Spitalgelände. (Bild: Visualisierung: Hochbauamt des Kantons St. Gallen)

Der Park bleibt

Der Überbauungsplan geht aber weit über die Hochhäuser hinaus. Einerseits ist darin alles festgelegt, was mit Verkehr zu tun hat: Von der Erschliessung des Areals über die Zufahrten zur Notaufnahme und zu den Parkgaragen bis zu den Veloabstellplätzen und den Landeplätzen für die Helikopter. Auch die maximale Anzahl Parkplätze wird fixiert. Laut Kantonsrat sind insgesamt 1080 Parkplätze zulässig – heute sind es 737.

Anderseits regelt der Plan nicht nur, wo wie hoch gebaut wird, sondern auch, wo auf keinen Fall gebaut werden darf. Insbesondere bleibt der Park entlang der Rorschacher Strasse erhalten, dort werden auch neue Bäume gepflanzt. Ein auffälliges Element ist das begrünte Dach des neuen Sockelbaus (Haus 07B). Das komplette Dach wird bepflanzt und bietet künftig Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten für Patienten, Mitarbeiter und Besucher.

Rechtlich verbindlich

Der Überbauungsplan regelt also schon jetzt einiges, und das ist auch wichtig, um dem Kanton bei diesem langwierigen Projekt Planungssicherheit zu geben. «Es geht darum, eine rechtliche Basis zu legen», erklärt der städtische Bausekretär Alfred Kömme. Werde der Überbauungsplan angenommen, sei vieles Grundsätzliche schon rechtskräftig, und man könne sich im weiteren Verfahren auf die Detailplanung konzentrieren.

Baubeginn noch dieses Jahr

«Wir rechnen mit einem Baustart noch in diesem Jahr», sagt Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals. Als erstes wird das bestehende Parkhaus teilweise abgebrochen, um Platz für ein neues Gebäude zu schaffen (siehe Chronik rechts). Dieses «Rochadegebäude», wie es in der Parlamentsvorlage heisst, dient während der Bauarbeiten für verschiedene Zwecke. Lutz: «Es ist für uns primär eine Ausweichmöglichkeit für die Dienstleistungen, die wir im Zusammenhang mit dem Neubau des Kinderspitals zügeln müssen.»

Vorher/Nachher auf dem Kantonsspital-Areal: Links ein Bild des Zustandes heute mit dem Haus 01, das abgebrochen wird. Rechts ein Modell, wie das Gelände im Jahr 2027 aussehen soll. (Bild: Modell: Kantonsspital St. Gallen, Quelle: Google, Grafik: sgt)

Vorher/Nachher auf dem Kantonsspital-Areal: Links ein Bild des Zustandes heute mit dem Haus 01, das abgebrochen wird. Rechts ein Modell, wie das Gelände im Jahr 2027 aussehen soll. (Bild: Modell: Kantonsspital St. Gallen, Quelle: Google, Grafik: sgt)