Ein Oberstufenlehrer erinnert sich

«Der Islam hat bei uns nichts verloren», Ausgabe vom 15. September

Richi Bischof, Wiesenstrasse. 11, Altenrhein
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Ich habe 40 Jahre an der Realschule Rorschach unterrichtet. Es war eine herausfordernde und erfüllende Zeit. Waren es zu Beginn beinah homogene Klassen mit wenigen Ausländern, änderte sich das Bild ab den 70er-Jahren. Immer mehr Nationalitäten und Kulturen bereicherten besonders die Realklassen. Trotz intensivem Nachdenken kann ich mich kaum an negative Ereignisse erinnern, die in einem Zusammenhang mit anderen Kulturen oder Religionen gestanden hatten. Explizit mit dem Islam in Verbindung erinnere ich mich an ein einziges Mädchen, dessen Eltern die Teilnahme am Klassenlager verweigerten. Weit leichter fällt es mir, die positiven, bereichernden Momente aufzulisten:

Wir haben Begegnungen mit einem Imam angeboten (auch für Christen) oder Klärungsprojekte zum Thema Ramadan und Bairam gestaltet, was bei Christen wie Muslimen zur Entspannung beitrug. Und am Samstag war ich zu einem Klassentreffen eingeladen, wo sich Christen und Andersgläubige die Waage halten. Sie haben vor 25 Jahren die Realschule Rorschach verlassen, eine Ausbildung angetreten und wohnen und arbeiten immer noch im Ort oder in der Umgebung. Ich freue mich, dass Rorschach wirklich multikulturell lebt!

Richi Bischof, Wiesenstrasse. 11, Altenrhein