Ein neuer Stadtteil am See

ARBON. Auf dem eigenen Gelände zwischen Seegarten und Seestrasse plant Bauunternehmer Alex Bressan eine grosse Wohnüberbauung. 180 Einheiten in neun Baukörpern sollen dort im «See-Terrassen-Park» in Etappen entstehen.

Max Eichenberger
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«See-Terrassen-Park»: Eine weitere Parzelle unmittelbar beim Restaurant Seegarten soll überbaut werden. (Bild: Visualisierung in 3D: AIR Architekten)

«See-Terrassen-Park»: Eine weitere Parzelle unmittelbar beim Restaurant Seegarten soll überbaut werden. (Bild: Visualisierung in 3D: AIR Architekten)

ARBON. Ein neuer Gestaltungsplan befindet sich zur Vorprüfung beim Kanton. Die öffentliche Auflage soll dann laut Ortsplaner Hanspeter Woodtli im Februar stattfinden. Wenn allfällige Einsprachen behandelt sind, könnte im April beim kantonalen Baudepartement das Gesuch um Genehmigung des Gestaltungsplans gestellt werden. Er ersetzt den rechtsgültigen Überbauungsplan von 1992.

«Ein neuer Stadtteil am See»

Das zeigt: Bressan hat schon lange die Absicht, das Land zwischen Seestrasse und Bahnlinie zu bebauen. Seit 1992 hätten sich die Bedingungen stark verändert. Eine Neuentwicklung ist planerisch 2008 angelaufen. «Das grosse Volumen von 180 neuen Wohneinheiten entspricht einem neuen Stadtteil», umschrieb Stadtammann Martin Klöti die Dimension der geplanten Überbauung am Informationsabend vom Dienstag, wozu der Grundeigentümer die Nachbarn eingeladen hatte.

Parkähnliche Terrassen

«Das Landschaftskonzept mit parkähnlichen Terrassen ist das Rückgrat des Gestaltungsplanes», sagt dessen Verfasser Bernhard Roth von AIR Architekten, Kreuzlingen. Er hat übrigens einen engen Bezug zu Arbon: Einen Steinwurf weg vom Areal war Roth aufgewachsen. Gebaut hat er schon vor 45 Jahren, damals als Jüngling: eine Baumhütte im Seemoosholz. An dieser Lage will er nun Bezüge und Durchsichten zum See und zum Wald schaffen, die Freiflächen möglichst gross halten und «als Parkgelände erlebbar machen».

Autos unter dem Boden

Vorgesehen sind fünfgeschossige Baukörper, drei grössere an der Seestrasse, sechs schlankere in «Zweiergruppen» gegen die Bahn hin. Sie sind auf vier Baufelder aufgeteilt und fussen auf ebenso vielen Terrassen mit gemeinsamem Sockelgeschoss. In diesen befinden sich die Tiefgaragen. Für alle Mieter oder Wohnungseigentümer gibt es unterirdische Garagenplätze.

15 Besucherparkplätze geplant

Drittverkehr will man laut Woodtli möglichst keinen, daher gibt es nur eine bescheidene Anzahl Besucherparkplätze (15). Die Erschliessung ist über die bestehenden Quartierstrassen geplant (See- und Seemoosholzstrasse). In einem Gestaltungsplangebiet kann Woodtli zufolge ein Geschoss höher gebaut werden. Trotzdem werde keine höhere Ausnützung als bei Regelbauweise angestrebt, dafür mehr grüner Freiraum gewonnen, durchsetzt mit Ruhe- und Spielplätzen.

Öffentlicher Fussweg

Das Landschaftskonzept mit der terrassenartigen Gestaltung haben die Rapperswiler Landschaftsplaner Zschokke + Gloor entwickelt. Vorgesehen ist ein öffentlicher Fussweg südseitig entlang der Bahn als Verbindung zum Seemoosholz. Dort soll neu ein abgestufter Waldrand entstehen im Sinne einer ökologischen Aufwertung, wie sie das kantonale Forstamt propagiere. Dazu wird diesen Winter ein Teil des Fichtenbestandes ausgeholzt.

Es sei «nicht in meiner Hand», wann gebaut wird, sagt Bressan, der Markt bestimme dies. «Ich möchte es aber noch erleben.» Die seenäheren drei Baufelder für gehobenes Wohnen könnte seine Firma realisieren. Ob es Eigentums- oder Mietwohnungen geben wird, das sei noch offen, tendenziell aber eher Mietwohnungen. Das kompakte grössere Baufeld im Süden sähe Bressan für einen Investor geeignet.