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EIN NEUER MARKTPLATZEIN NEUER MARKTPLATZ: Dünne Luft für ständigen Markt

Der ständige Markt bleibt ein Knackpunkt, wenn es um die Neugestaltung des Marktplatzes geht. Es ist umstritten, ob es ihn künftig noch geben soll. Offen ist auch das Schicksal der grünen Markthäuschen.
Christina Weder
Manche grünen Markthäuschen auf dem Marktplatz sind verschwunden, andere haben nicht jeden Tag geöffnet. (Bild: Urs Bucher)

Manche grünen Markthäuschen auf dem Marktplatz sind verschwunden, andere haben nicht jeden Tag geöffnet. (Bild: Urs Bucher)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Es gab schon mehrfach Pläne, sie abzureissen. Doch die grünen Markthäuschen stehen noch immer auf dem Marktplatz. Sie wirken heruntergekommen. An diesem Morgen haben nur gerade die beiden Blumenstände geöffnet – abgesehen von den Imbissständen in der Rondelle.

Je länger die Neugestaltung des Marktplatzes auf sich warten lässt und je länger sich die Diskussion hinausschiebt, desto mehr scheint dem ständigen Markt die Luft auszugehen. Die Konkurrenz der Grossverteiler und das veränderte Konsumverhalten haben ihm zugesetzt. Und an den Markthäuschen, die aus den 1950er-Jahren stammen, nagt der Zahn der Zeit.

Immer weniger grüne Häuschen

«Ja, sie sind in schlechtem Zustand», sagt Stadtplaner Florian Kessler. Mehrere Markthäuschen sind in den letzten Jahren abgerissen worden. Vor zehn Jahren waren zwölf vermietet, heute sind es noch acht. Ob und wann auch sie abgerissen werden, ist laut Kessler offen. Unklar ist auch, wie es mit dem ständigen Markt weitergeht. Nach zwei gescheiterten Abstimmungsvorlagen nimmt die Stadt derzeit den dritten Anlauf zur Neugestaltung von Marktplatz, Blumenmarkt und Bohl. Ende Januar trafen sich über 80 Personen – darunter auch Markthändler – zum ersten «Forum Marktplatz».

Die Diskussion setzte wieder bei grundsätzlichen Fragen an. Laut Florian Kessler gilt es unter anderem zu klären, wie ein idealer Markt aussehen soll, welchen Anforderungen er gerecht werden muss und welche Infrastruktur erforderlich ist. Zur Diskussion steht auch, ob es den ständigen Markt weiterhin braucht oder ob regelmässige Märkte – der Bauern- und der Wochenmarkt – die Bedürfnisse abdecken. Denkbar wäre laut Kessler auch eine Mischform aus ständigem und regelmässigem Markt. «Am ersten Forum gab es dazu keine einheitliche Meinung», sagt er. Ebenso umstritten war, wo der Markt unterzubringen wäre, wenn er weitergeführt würde. Als alternative Standorte wurden das Erdgeschoss der Bank Acrevis oder das Waaghaus genannt. Eine Mehrheit der Forumsteilnehmer sprach sich gegen den Bau einer Markthalle auf dem Marktplatz aus. Noch ist laut Kessler aber nichts beschlossen. Die Ergebnisse der Forumsauswertung stehen noch aus.

Vom «Klipp-Klapp» über die Markthalle

Solange nichts entschieden ist, bleiben die Markthäuschen stehen. Dabei schien ihr Schicksal schon vor über zehn Jahren besiegelt. 2005 wollte die Stadt die Häuschen durch das fünf Meter hohe «Klipp-Klapp»-Modell aus Aluminium ersetzen. Dieses fiel aber bei der Bevölkerung und den Händlern durch. Bis heute steht nur der Prototyp auf dem Platz.

Es gab weitere Vorhaben, die grünen Häuschen abzubrechen. Die beiden Marktplatzvorlagen, die 2011 und 2015 vom Stimmvolk bachab geschickt wurden, kamen ohne die Häuschen aus. Das erste Projekt sah an ihrer Stelle eine Markthalle vor. Die zweite Vorlage verzichtete auf Halle und auf Häuschen. Die Händler sollten ihre Ware vorerst an mobilen Ständen feilbieten. Denn der Stadtrat beurteilte die Zukunftsaussichten des ständigen Markts kritisch. Die Markthändler fühlten sich übergangen und wehrten sich gegen die Vorlage. Sie hatten 2015 wesentlichen Anteil an deren Scheitern.

Wie sich abzeichnet, ist der ständige Markt auch in der neuerlichen Diskussion ein Knackpunkt. Das Thema wird voraussichtlich am zweiten «Forum Marktplatz» vom 27. April einen Schwerpunkt bilden.

Die Baudirektion hat den dritten Anlauf zur Umgestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt gestartet. An einem ersten Forum mit öffentlicher Beteiligung wurden Ideen diskutiert. Die Stadt wertet sie derzeit aus. Höchste Zeit, in einer Artikelserie breit über das Thema Marktplatz zu berichten und dann auch öffentlich darüber zu diskutieren. (red)

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