Ein Mann fürs Bewährte

Kommentar

Sebastian Schneider
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Was würde sich ändern, wenn Stefan Harder Stadtrat wäre? Nichts. Oder nicht viel, da Harder im Gegensatz zum zurückgetretenen Stadtrat Stefan Lehnherr einst nach Gossau gezogen ist und einen anderen Dialekt spricht. Doch lassen wir diese Oberflächigkeit einmal beiseite. Mit Stefan Harder würde ein Politiker in den Stadtrat einziehen, der vernünftige Politik auf bürger­licher Grundlage betreibt. Vernünftig deshalb, weil trotz strikter Finanzpolitik soziale und ökologische Anliegen nicht ausser Acht gelassen werden.

Der eingemittete Harder steht nicht für ein politisches Abenteuer. Mit ihm als Stadtrat blieben die Frauen im Gremium in der Minderheit; mit ihm wäre die links-grüne Strömung weiterhin nicht in der Exekutive abgebildet. In der eher knappen Präsentation seiner Kandidatur wird hervorgehoben, dass Harder im Militär den Rang eines Majors erreicht hat. Wer sich heute noch mit dem militärischen Rang brüstet, kommt aus der alten Schule und will auch ein älteres, konservatives Publikum ansprechen. Jüngeres Volk beeindruckt man damit weniger.

Alter und Erfahrung dürften Major Harder helfen, bei konservativen Wählern zu punkten und jedes politische Experiment zum Scheitern zu bringen. Ob es überhaupt eine grundlegende Veränderung braucht, ist ja auch eine berech­tigte Frage.

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch