Ein Mann für heisse Fälle

Kommandant Kurt Reich wurde an der Schlussübung verabschiedet. Er stand 14 Jahre lang der Feuerwehr Rorschach und das letzte Jahr der fusionierten Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg vor.

Peter Beerli
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Fünfzehn Jahre war Kurt Reich (links) Kommandant der Feuerwehr Rorschach. Nun übergibt er die Führung an Edgar Kohlbrenner, der neu der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg vorsteht. (Bild: Corina Tobler)

Fünfzehn Jahre war Kurt Reich (links) Kommandant der Feuerwehr Rorschach. Nun übergibt er die Führung an Edgar Kohlbrenner, der neu der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg vorsteht. (Bild: Corina Tobler)

RORSCHACH. 15 Jahre lang war Kommandant Kurt Reich Tag und Nacht für die Feuerwehr der Stadt und schliesslich gar zweier Gemeinden verantwortlich. Selbst wenn er im Ausland in den Ferien weilte, blieb er durch das Handy mit seinem Korps verbunden, erkundigte sich bei Einsätzen, wie es gelaufen sei. Jahre lang nahm er rund neunzig Termine für Sitzungen und Übungen wahr.

Etwas Pflichtgefühl ablegen

Einige Tage bevor er am Freitag an der Schlussübung verabschiedet wurde, erklärte er, er sei dankbar, bald etwas von dieser Verantwortung ablegen und sich vermehrt seiner Familie zuwenden zu können. Er erwähnte dabei nachdrücklich, dass sein Engagement für die Feuerwehr ohne das grosse Verständnis seiner Frau und Familie gar nicht möglich gewesen wäre. Kurt Reichs 33 Jahre dauernde Feuerwehr-Karriere begann in Steinach, wo er zuletzt als Vizekommandant wirkte. Er wechselte den Beruf, kam nach Rorschach, engagierte sich bei der Feuerwehr und wurde Vizekommandant und per 1. Januar 1999 als Nachfolger von Werner Scheifele Kommandant. Dazu engagierte er sich während 16 Jahren als 13 Feuerwehrinstruktor, präsidierte dreizehn Jahre lang den Kantonalen Feuerwehrverband. Er erlebt dort, wie der Bestand an Feuerwehrangehörigen von 11000 auf 7500 zurückging. Aus dieser Erfahrung heraus liess er sich immer wieder neue Ideen einfallen, um Nachwuchs für seine Ortsfeuerwehr zu gewinnen. Ihm war es ein Anliegen, mit der Regionen übergreifenden gemeinsamen Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und Materialien Geld zu sparen.

Depot-Neubau und Fusion

Nach den Höhepunkten der Feuerwehrzeit gefragt, erwähnt er den nach zwei Jahren ohne Depot realisierten Depot-Neubau an der Kirchstrasse. Ein Anliegen war ihm die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren der Nachbargemeinden. Gemeinsame Übungen mit dem Rorschacherberger Korps wurden selbstverständlich. So entsprang die 2012 realisierte Fusion zur gemeinsamen Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg dem durch Kurt Reich mitgetragenen Wunsch von Kader und Mannschaft der Feuerwehren.

Der Stadtpräsident dankt

Zum letzten Mal leitete Kurt Reich am Freitag die Schlussübung beim HPV-Dörfli, die der Sicherheit Behinderter diente. Anschliessend wurde Major Edgar Kohlbrenner zum Kommandanten und Oberstleutnant, Leutnant Marco Todeschini zum Stellvertreter und Major und Oberleutnant Christoph Reich zum Hauptmann befördert. Stadtpräsident Thomas Müller blickte auf Kurt Reichs Laufbahn zurück, würdigte dessen Tätigkeit und stellte fest: «Als Stadtpräsident hatte ich jederzeit ein gutes Sicherheitsgefühl. Ich wusste, dass auf ihn jederzeit Verlass ist und dass er mit sicherer Hand ohne Hektik führt.» Herzliche Worte galten auch Rudolf Schweizer, der nach dreissig Jahren von seiner Funktion als Vertrauensarzt der Feuerwehr zurücktritt. Der Rorschacherberger Gemeindepräsident Beat Hirs schloss sich der Würdigung an, bevor sich Kader und Mannschaft zum Nachtessen ins «Bluemehüsli» begaben.