Ein letztes Mal feiern im «Titty Twister»

Nach zehn Jahren schliesst das «Titty Twister» heute abend seine Türen. Heute wird das Lokal mit einer «Ustrinkete» und einem Konzert verabschiedet. Die Betreiber der Bar an der Lämmlisbrunnenstrasse ziehen sich freiwillig zurück, sie haben «keine Lust mehr».

David Gadze
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Remo Gmür und Michèle Bachmann mit ihrer Tochter Noa-Faye Bachmann vor dem «Titty Twister», das heute schliesst. (Bild: David Gadze)

Remo Gmür und Michèle Bachmann mit ihrer Tochter Noa-Faye Bachmann vor dem «Titty Twister», das heute schliesst. (Bild: David Gadze)

Nach der Jubiläumsfeier vor genau vier Wochen folgt heute abend im «Titty Twister» das Abschiedsfest: Die einzigartige kleine Bar an der Lämmlisbrunnenstrasse schliesst nach zehn Jahren ihre Türen. Damit verschwindet ein liebenswürdiges, weil familiäres Lokal aus dem St. Galler Nachtleben.

Die Energie hat nachgelassen

«Nach zehn Jahren habe ich einfach keine Lust mehr», sagt Remo Gmür. Er hat das «Titty Twister» «aus einer Schnapsidee» mit einem Freund eröffnet, später stiess Gmürs Partnerin Michèle Bachmann hinzu. Seit ein paar Jahren führen sie das Lokal zu zweit. «Unsere Energie hat nachgelassen», sagt sie.

In den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, die Bar zu betreiben, sagt Gmür. Besonders an schönen Abenden während der Sommermonate habe es ein Lokal ohne Aussensitzplatz schwer. «Jetzt können wir die Sommerabende zusammen mit unserer Tochter draussen geniessen statt in der Bar», sagt Bachmann. Auch wenn sie ihre Bar freiwillig aufgeben, haben beide ein lachendes und ein weinendes Auge. «Es gab viele schöne Momente, die wir niemals vergessen werden.» Viele Stammgäste seien in all den Jahren auch privat zu Freunden geworden.

«Ustrinkete» und Konzert

An der «Ustrinkete» heute Abend verabschieden sich Remo Gmür und Michèle Bachmann von ihrer Bar und ihren Gästen. Die Zürcher Punkband Moron Bros. spielt um 22 Uhr ein Konzert. Was aus dem «Titty Twister» wird, wissen Gmür und Bachmann nicht, ebenso wenig, was sie künftig machen werden. «Ich bin Koch», sagt Gmür, «ich komme schon irgendwo unter.»