Ein Leben für den Fussball

Erwin Blau ist Mitte November 75jährig im Palliativzentrum des Kantonsspitals gestorben. Der gebürtige Wattwiler hat sich zeitlebens für Nachwuchsfussballer engagiert. 2003 wurde er dafür auch als Sportfunktionär des Jahres geehrt.

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Erwin Blau, 29. Mai 1939 – 14. November 2014. (Bild: pd)

Erwin Blau, 29. Mai 1939 – 14. November 2014. (Bild: pd)

Als gelernter Koch war der 1939 geborene Erwin Blau selber nie ein begnadeter Fussballer. Seine Begeisterung für den Nachwuchsfussball war aber gemäss einem Nachruf von FC-Fortuna-Ehrenpräsident René Bühler bis zu seinem Tod Mitte November ungebrochen. Zuletzt amtierte er als Betreuer der U17-Junioren des FC St. Gallen.

Damit schloss sich sein fussballerischer Lebenskreis: Vor knapp 50 Jahren begann nämlich seine Trainertätigkeit ebenfalls bei den Junioren des FC St. Gallen. Dazwischen liess er sich zum Masseur ausbilden und war in dieser Funktion viele Jahre beim FC Fortuna St. Gallen aktiv. Zudem trainierte er auch bei diesem Club während knapp 20 Jahren Junioren.

Am liebsten selber angepackt

In St. Gallen arbeitete Erwin Blau während 38 Jahren bei der City-Garage. Seine Treue zum Arbeitgeber und zum Fussball, seine Dienstfertigkeit und Einsatzbereitschaft waren beispielhaft. Er fragte nicht, wer dieses oder jenes machen könne, wenn immer möglich, packte er gleich selber an. Als Schiedsrichter leitete Erwin Blau über 30 Jahre lang Partien der unteren Ligen. «Erwin Blau war ein Mann der Tat», eine Tätigkeit im Vorstand war nicht sein Ding, er stand lieber mit den Junioren auf dem Platz oder schaute sich Spiele der St. Galler Sportvereine an», schreibt René Bühler im Nachruf. Regelmässig anzutreffen sei er dabei im Espenmoos, später in der AFG Arena oder auch auf der Kreuzbleiche beim FC Fortuna gewesen.

Nie ein Trittbrettfahrer

Erwin Blau war unverheiratet. Die Fussballer waren seine Familie. Unter ihnen war er zu Hause und fühlte sich wohl. Aber auch am Stammtisch ehemaliger Arbeitskollegen war er ein oft und gern gesehener Gast. Erwin Blau war gerne unter Leuten, wobei ihm das Alleinsein aber auch nichts ausmachte. Er zog sich ab und zu sogar gerne zurück.

Erwin Blau hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Er hat selbst viel ehrenamtlich gearbeitet und ist gemäss René Bühler «nicht als Trittbrettfahrer durch die Welt getrampelt». Hochverdient habe er 2003 die St. Galler Auszeichnung als Sportfunktionär des Jahres erhalten.

Einige Generationen trainiert

Erwin Blau wohnte jahrzehntelang im Lachen-Quartier. In seiner Tätigkeit als Trainer betreute er rund 2500 Junioren. Er war ein Trainer für Generationen. Nicht wenige Väter wussten ihre Söhne bei Erwin Blau gut aufgehoben, da sie ihn selber 30 Jahre zuvor als Trainer erlebt hatten.

Als er im Herbst des letzten Jahres nach einem zehnwöchigen Spitalaufenthalt nochmals für drei Wochen nach Hause konnte, führte ihn einer seiner ersten Wege wieder ins Gründenmoos, in die AFG Arena und zum 3.-Liga-Derby des FC Fortuna gegen den FC St. Otmar.

Erwin Blau war sehr glücklich nochmals zu seinen Junioren zurückkehren zu können. «Ich muss da wieder raus», sagte er im Spitalbett. «Die brauchen mich da draussen.» Womit er natürlich «seine» Junioren im Gründenmoos draussen meinte.

Vorbild für Freiwilligenarbeit

Bereits von seiner Krankheit gezeichnet, wurde Erwin Blau von einem Freund gefragt, ob er sich für seine Abdankung etwas Spezielles wünsche. Seine Antwort war symptomatisch für seine Bescheidenheit. «Ich wünsche mir viele Fussballer. Dann kannst Du noch etwas sagen, aber nicht zu viel… Und nachher soll es für alle Bratwurst und Bürli geben.» Seinen Freunden und Mitfussballern wird Erwin Blau immer als Vorbild für die Freiwilligenarbeit und als grosse Fussballpersönlichkeit in Erinnerung bleiben. (vre)