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Ein Leben für das Eisen

Seit 49 Jahren ist Peter Geisser der heutigen Vifor Pharma verbunden, zuerst als Lehrling, später als Leiter des Forschungsteams. Wegen seiner bahnbrechenden Forschung im Bereich der Eisenersatztherapie gilt er als «Eisenpapst».
Josef Osterwalder
Peter Geisser, der «Eisenpapst», hat kürzlich das Pensionsalter erreicht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Peter Geisser, der «Eisenpapst», hat kürzlich das Pensionsalter erreicht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Niederlassung von Vifor Pharma in St. Gallen – die Vifor (International) AG – stellt Wirkstoffe her, die bei Patienten mit Eisenmangel weltweit eingesetzt werden. Dass sie als die führenden Medikamente in diesem Bereich gelten, verdankt sich dem langjährigen Wirken des Forschungsleiters Peter Geisser, der kürzlich das Pensionsalter erreicht hat.

«Eisenpapst»

In der Welt der Eisenersatztherapie-Forschung wird Peter Geisser abwechslungsweise der Titel «Iron Man» oder «Eisenpapst» verliehen. Vor zwei Jahren kamen denn auch dreihundert Mediziner, Biochemiker und Biologen, die im Bereich des Eisenstoffwechsels forschen, eigens nach St. Gallen. Peter Geisser zu Ehren wollten sie ihren wissenschaftlichen Kongress in der Gallusstadt abhalten. Erstaunlich, dass man im «offiziellen» St.

Gallen die Forschungsarbeit so wenig zu Kenntnis nimmt, die in den Laboratorien an der Rechenstrasse geleistet wird.

Das Labor vor der Haustüre

Peter Geisser war eigentlich für einen Laborberuf geboren. Sein Elternhaus befindet sich nämlich unmittelbar neben dem Unternehmen, in dem er ein Leben lang wirkte. Hier, auf dem Gelände der alten Walke, wurde 1952 der Neubau der Laboratorien Hausmann errichtet, in der Geissers Vater eine Anstellung fand. Da war es in jeder Beziehung naheliegend, dass Peter Geisser 1961 hier seine Laborantenlehre begann.

Höhepunkt der vierjährigen Lehre war der Tag, als der Produktionsleiter plötzlich verschwand. Da übernahm Geisser als Lehrling die Leitung der Produktion.

Nach der Lehre ging's ans Technikum in Winterthur, dann an die Universität Freiburg, schliesslich, mit dem Doktorat in der Tasche, noch für zwei Jahre als Oberassistent an die Universität Bern.

In die Studienzeit fiel ein Ereignis, das Peter Geisser als seine zweite Geburt bezeichnet: ein dramatischer Bergunfall, bei dem er wie durch ein Wunder überlebte. Möglich, dass dies zum besondern Ansporn wurde, der Natur ihre Geheimnisse abzulauschen.

Überzeugender Selbstversuch

Als Peter Geisser 1974 in die Firma an der Rechenstrasse zurückkehrte (damals noch immer Laboratorien Hausmann), drang er immer tiefer in das Wesen des Eisens ein.

Im Wissen, wie wichtig dies für den Menschen ist und wie entscheidend es ist, bei Eisenmangel helfen zu können.

Dabei geht es ja nicht einfach darum, Eisen irgendwie zu verabreichen. Es ist ein Stoff, den der Körper nur in ganz bestimmter «Verpackung» aufnehmen kann. Kunst der Forschung ist es, jene Verbindungen herauszufinden, die eine optimale Aufnahme ermöglichen.

Erfolgsgeschichte

Eine erste Sternstunde war die Entwicklung des Wirkstoffs Venofer, ein Produkt, das zum Flaggschiff der Firma werden sollte. Erst musste es allerdings noch erprobt werden. Peter Geisser nahm dazu die naheliegendste Testperson, sich selber.

Im Laufe der Zeit kamen zwei weitere erfolgreiche Eisenpräparate, Maltofer und Ferinject hinzu, die Vifor Pharmas führende Stellung in der Forschung im Bereich der Eisenersatztherapie bestätigen.

Als er vor vierzehn Tagen pensioniert wurde, kam darum Etienne Jornod, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Galenica-Gruppe, persönlich nach St. Gallen, um sein Lebenswerk zu würdigen. Und genauso herzlich dankten ihm David Ebsworth, der CEO von Vifor Pharma, sowie Gianni Zampieri, Leiter Industrial Operations, beide auch Mitglieder der Generaldirektion Galenica.

Forschen und Staunen

Peter Geisser hat das Wesen des Eisens aber nicht einfach als nüchterner Naturwissenschafter zu Kenntnis genommen. Je tiefer er eindrang, umso mehr staunte er über die Eigenschaften dieses so bedeutsamen Elements, über seine physikalischen Eigenschaften, seine Allgegenwart im Kosmos und seine biologische Bedeutung im Körper: Lediglich 3,5 Gramm Eisen gibt es im menschlichen Organismus, etwa 2 g davon in den roten Blutkörperchen, doch ohne Eisen könnte der Mensch nicht leben.

Dieses Staunen hat Peter Geisser dazu geführt, den berufsbegleitenden Theologiekurs für Laien zu absolvieren, nachzudenken über den Gang der Schöpfung und eine Brücke zu suchen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Denn er weiss, dass man mit noch so genauem Messen, Rechnen, Forschen die Wirklichkeit nie voll erfassen kann.

Es braucht nicht nur den forschen Zugriff, sondern auch ein geduldiges, wartendes Lauschen. Vielleicht gelang es Peter Geisser darum, so heilsame Präparate zu entwickeln.

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