Ein Lächeln und 12 000 Produkte

Die Ausbildung zur Drogistin dauert vier Jahre und gilt als sehr anspruchsvoll. Flurina Keller ist Lernende in der Drogerie Amhof in Goldach. Anderen Menschen zu helfen – für sie die absolut richtige Berufswahl.

Sandra Grünenfelder
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Flurina Keller ist angehende Drogistin in der Drogerie Amhof. Regale auffüllen gehört neben der Kundenberatung zu ihren täglichen Aufgaben. (Bild: Sandra Grünenfelder)

Flurina Keller ist angehende Drogistin in der Drogerie Amhof. Regale auffüllen gehört neben der Kundenberatung zu ihren täglichen Aufgaben. (Bild: Sandra Grünenfelder)

GOLDACH. Flurina Keller ist damit beschäftigt, die Regale der Drogerie Amhof in Goldach aufzufüllen, als eine Kundin den Laden betritt. «Was kann ich für Sie tun?», fragt Flurina freundlich und schenkt der Frau ihr schönstes Lächeln. Wenn sie mit zurückgebundenem Haar und der weissen Bluse hinter der Drogerie-Theke steht, wirkt sie bereits wie ein Profi. Die auszubildende Drogistin kommt nach den Sommerferien in das dritte von vier Lehrjahren. «Es macht mir Spass, anderen Menschen zu helfen», sagt sie. Die Lernende steht täglich im Kundenkontakt, berät in Gesundheitsfragen, gibt Ernährungstips und empfiehlt passende Heilmittel. «Das macht die Ausbildung abwechslungsreich und spannend», sagt die 17-Jährige.

Umfangreiches Fachwissen

Flurina wohnt zusammen mit ihrer Familie in Staad. Nach einigen Schnuppertagen in verschiedenen Unternehmen entschied sie sich, Drogistin zu werden. «Jeder Tag und jeder Kunde ist anders. Das gefiel mir von Anfang an», erklärt sie ihre Wahl. Die vielfältige Ausbildung ermögliche ihr, ein umfangreiches Fachwissen in Bereichen wie Pflanzenheilkunde, Körperpflege oder Ernährung aufzubauen. Die Ausbildung zur Drogistin ist allerdings nicht einfach. Das durchschnittliche Sortiment einer Drogerie beinhaltet zwischen 8000 und 12 000 Produkte. «Die Berufsschule ist sehr anspruchsvoll», sagt Flurina. Sie verbringe viel Zeit mit Lernen. Trotzdem bringt sie Ausbildung und Freizeit gut unter einen Hut. «Ich gehe regelmässig ins Handballtraining in Goldach», sagt sie. Das sei ein guter Ausgleich.

Hohe Anforderungen

Manuela Amhof führt zusammen mit ihrem Mann Raphael die Drogerie Amhof in Goldach. Sie haben Freude daran, Lernende auszubilden. «Das bringt frischen Wind ins Team und ist eine Bereicherung für uns alle», sagt Amhof. Seit sie selbst die Ausbildung zur Drogistin abschloss, hat sich vieles in der Branche verändert. Was früher ein reiner Männerberuf war, ist heute ein Berufsfeld, das von Frauen dominiert wird. Im Kanton St. Gallen gab es laut dem Schweizerischen Drogistenverband 2016 33 Absolventen. Darunter ein Mann. «Generell wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, Lernende zu finden.» Die schulischen Anforderungen seien sehr hoch. In Mathe und Chemie sollten Bewerber mindestens einen 5er-Schnitt vorweisen können, erklärt Amhof. «Viele schauen leider nur auf den Lohn», sagt die Drogistin. Dieser sei verglichen mit anderen Branchen tief. Das werde aber mit etwas anderem wieder gutgemacht: «Man sammelt ein unheimliches Wissen.» In der Drogerie Amhof übernehmen Lernende von Anfang an Verantwortung. «Als Drogistin ist man eigener Chef am Kunden», sagt Amhof. Sie vertraue ihren Lernenden und müsse sie nicht ständig kontrollieren. Flurina schätzt das entgegengebrachte Vertrauen. Ihr nächstes Ziel ist es, die Lehre erfolgreich abzuschliessen. Was danach kommt, lässt sie noch offen.

Bild: SANDRA GRÜNENFELDER

Bild: SANDRA GRÜNENFELDER