Ein Korb voll mit guten Ideen

Die Arbeitsgruppe «Werteorientierte Gemeinde» hat ihre Arbeit abgeschlossen. Eine Vielzahl von Projektideen sind entstanden, unter anderem auch zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. Nun liegt der Ball bei der Gemeinde.

Tim Wirth
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Momentan gibt es keinen Bus vom Dorf zum Bahnhof. Ein Idee der Arbeitsgruppe «Werteorientierte Gemeinde» ist, dies in Zukunft zu ändern. (Bild: David Suter)

Momentan gibt es keinen Bus vom Dorf zum Bahnhof. Ein Idee der Arbeitsgruppe «Werteorientierte Gemeinde» ist, dies in Zukunft zu ändern. (Bild: David Suter)

HÄGGENSCHWIL. Der Gedanke ist simpel: Um das Gemeindewohl zu stärken, braucht es zufriedene Bürger. Diese wiederum sind glücklich, wenn ihre Ideen umgesetzt werden und sie ihre Fähigkeiten ausleben können. In Häggenschwil haben während der vergangenen zwei Jahre 20 freiwillige Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 20 und 70 Jahre alt sind, miteinander diskutiert. Herausgekommen sind eine Vielzahl von Ideen, die das Dorfleben bereichern sollen. Einige Projekte, wie der Gesundheitstag oder ein Dorfcafé während der Wintermonate, wurden bereits umgesetzt. Komplexere Themen, etwa der nicht ideale öffentliche Verkehr oder das fehlende Angebot einer subventionierten Kindertagesstätte, werden nun im Gemeinderat behandelt. «Ideen sind das eine, aber jetzt müssen wir sie auch ausführen», sagt Hans-Peter Eisenring, Gemeindepräsident von Häggenschwil.

Bus, Taxi oder Fahrgemeinschaft

Ein Thema, das Häggenschwil schon lange bewegt und das auch in der Arbeitsgruppe intensiv zur Sprache kam, ist der öffentliche Verkehr. Das Hauptproblem ist der weite Weg, der besonders für ältere Menschen schwer zu meistern ist, vom Dorf zum Bahnhof. Drei verschiedene Ideen, welche diese Situation verbessern sollen, sind von den Teilnehmern geäussert worden: Ein Pendelbus zwischen dem Dorf und dem Bahnhof, ein Fünfliber-Taxi oder aber das Angebot eines Mobilitätsmanagements. «Dieses System existiert in einer Gemeinde im Laufental», sagt Eisenring. Im Internet kann eingetragen werden, wer mit dem Auto gerade wohin fährt und so können die Leute Fahrgemeinschaften bilden. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die den öffentlichen Verkehr nachhaltig verbessern will.

Gesundheitstag und Dorfcafé

Viele Ideen, die die Arbeitsgruppe «Werteorientierte Gemeinde» entwickelt hat, betreffen Möglichkeiten, wie sich die Bürger treffen können. So hat in Häggenschwil erstmals ein Gesundheitstag stattgefunden. «Durch die Arbeitsgruppe konnte ein gutes Netzwerk geschaffen werden», sagt Erika Brändle, stellvertretende Gemeindepräsidentin. Viele ältere Leute hätten sich für einen Gesundheitstag eingesetzt. Eine weitere Idee der Arbeitsgruppe ist das Dorfcafé. Seit es das Restaurant Krone nicht mehr gibt, fehlt den Leuten – besonders im Winter – ein Ort für das gemütliche Beisammensein. Kurzerhand hat Katja Mucnjak, die bei der Arbeitsgruppe mitgemacht hat, die Idee in die Hand genommen: «Im Pfarreistübli haben wir bereits zweimal ein Dorfcafé veranstaltet». Morgen Dienstag sei das dritte Mal.

Keine eigene Kindertagesstätte

Der Gemeinderat hat der Arbeitsgruppe «Werteorientierte Gemeinde» den Auftrag gegeben, über Kindertagesstätten nachzudenken. Momentan werden die Einwohner nicht finanziell unterstützt, wenn sie ihre Kinder in eine Tagesstätte bringen. Dies soll sich ändern. Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass Kindertagesstätten in Häggenschwil ein Bedürfnis sind. Eine eigene Tagesstätte macht jedoch keinen Sinn. Vielmehr soll mit einer anderen Gemeinde eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen werden. Dadurch könnten Familien mit einem tiefen Einkommen in Zukunft eine Kostenbeteiligung der Gemeinde beanspruchen.

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