Ein Kochkurs für die Sinne

RORSCHACH. Kardamom, Koriander, Kurkuma: 18 Frauen und Männer lassen sich von Sarah Soosaipillai in die Geheimnisse der indischen Küche einführen. Ihr Fazit: Die im Kurs zubereiteten Speisen lösen eine wahre Geschmacksexplosion aus.

Daniela Huber-Mühleis
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Unter der kundigen Anleitung von Sarah Soosaipillai bereiten die Kursteilnehmer die indischen Gericht zu – probieren ausdrücklich erlaubt. (Bilder: Richa Huber)

Unter der kundigen Anleitung von Sarah Soosaipillai bereiten die Kursteilnehmer die indischen Gericht zu – probieren ausdrücklich erlaubt. (Bilder: Richa Huber)

Schon beim Betreten des Quartiertreffs an der Löwenstrasse strömt den Kursteilnehmenden ein ganz besonderer Duft entgegen, ein Gemisch exotischer Gewürze aus Asien. Quartierbüro-Leiterin Anna Dietsche empfängt die 18 Frauen und Männer, die sich an diesem Abend in die Geheimnisse der indischen Küche einweihen lassen wollen.

Von Garam Masala bis Kurkuma

Unter den Anwesenden herrscht eine lockere Atmosphäre. Ob man sich kennt oder nicht, man ist per Du. Kursleiterin Sarah Soosaipillai eröffnet den Abend mit einer Riechrunde. Sie reicht Schälchen mit verschiedenen Gewürzen herum und erklärt, für welche Gerichte sie diese verwendet. Die Teilnehmenden halten sich die grünen, gelben und roten Gewürze unter die Nase und riechen interessiert daran. Kurkuma, Garam Masala, Koriander, Ingwer und Kardamom – sie alle machen Appetit auf die Speisen, die in den Pfannen bald dampfen werden.

Dahl und Palak Paneer

Sarah Soosaipillai verrät nun auch, welche Gerichte sie kochen möchte. Vier Menus stehen auf dem Speiseplan. Die detaillierte Zutatenliste hat die Köchin von Hand auf Plakate notiert, die für alle gut sichtbar im Raum hängen. Manche Teilnehmer schreiben die Rezepte ab, andere halten sie mit dem Handy bildlich fest. Sarah Soosaipillai beginnt mit Dahl, einem Linsengericht. Während sie demonstriert, wie sie die Gewürze einsetzt, erklärt sie, wo man die Zutaten in der Region erhält. Als zweites Gericht stellt sie Palak Paneer vor, Spinat mit indischem Frischkäse. Neugierig schauen einige Teilnehmer in die Schüssel und bombardieren die Inderin mit Fragen zur Zubereitung. Danach erfreut Sarah Soosaipillai mit Jeera-Reis alle Liebhaber von Basmatireis mit Kreuzkümmel. Und zum Schluss steht ein Chicken Curry auf dem Programm. Die Aromen breiten sich im ganzen Raum aus. Die indische Küche ist ein wahres Fest der Sinne, nicht einmal der kurzzeitige Stromunterbruch während des Kochens kann diesem etwas anhaben.

Applaudieren anstatt Rülpsen

Endlich! Nach fast zwei Stunden Zuschauen und Probieren meldet sich bei den meisten der Hunger. Das Buffet ist eröffnet. Zum Essen wird ein wunderbares Chutney gereicht, eine würzig-pikante Sauce. Die Gesellschaft geniesst die farbenfrohen, für den europäischen Geschmack scharfen Gerichte. Die Reaktionen der Teilnehmenden sind durchwegs positiv, das Wort Geschmacksexplosion ist bei der Beschreibung der Speisen immer wieder zu hören. Sie bedanken sich bei Sarah Soosaipillai mit grossem Applaus anstatt mit einem lauten Rülpsen. Denn in gewissen Regionen Indiens, so erzählt die Kochlehrerin, ist letzteres das erwünschte Zeichen, mit dem ausgedrückt wird, dass das Essen gut war und man satt ist. Beim abschliessenden Chai erklärt Sarah Soosaipillai auch noch eine wichtige Tischsitte: In Indien wird nämlich ausschliesslich mit der rechten Hand gegessen. Die linke wird nur auf dem stillen Örtchen gebraucht.

Unerwartet grosses Interesse

Die Organisatorinnen waren überrascht, dass sich so viele Interessierte für den Anlass angemeldet haben. Deshalb wird der Kochkurs Ende Januar gleich nochmal durchgeführt, auch dieser ist bereits ausgebucht. Wer die indische Küche selber entdecken möchte, findet im Bio-Laden EigenSinn am Marktplatz 9 in Rorschach die entsprechenden Zutaten. Und Sarah Soosaipillai kann auch für ein Catering engagiert werden.

Indische Zutaten erhältlich bei: EigenSinn, Marktplatz 9, Rorschach; Luzia Multi Kiosk, Davidstrasse 8, St. Gallen; Catering Sarah Soosaipillai: myindiankitchen@yahoo.com

Der Duft Indiens: Die Kursteilnehmenden riechen sich durch die landestypischen Gewürze, die etwa für Palak Paneer (Bild rechts) benötigt werden.

Der Duft Indiens: Die Kursteilnehmenden riechen sich durch die landestypischen Gewürze, die etwa für Palak Paneer (Bild rechts) benötigt werden.