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Ein kleines Paradies

«Museumsquartier will Wiesli retten», Ausgabe vom 27. Oktober
Albert Noger

Was für ein «abstruser» Gedanke, auf dem Wiesli zwischen Notker- und Museumsstrasse einen vierstöckigen Neubau erstellen zu wollen. Ich bin als Sohn des Hauswarts der früheren Handelshochschule (heute Kanti am Brühl) dort aufgewachsen und habe mit vielen Kindern aus allen Häusern der Umgebung eine glückliche Jugendzeit verbracht. Das Wiesli – früher etwas kleiner – war schon damals der schönste Spielplatz und Treffpunkt für alle. Im nahen Stadtpark auf dem Rasen zu spielen war ja verboten, aber auf «unserem» Wiesli durfte auch getschuttet werden. Nur im Sommer, wenn bei offenen Fenstern der Hochschule die Studenten dort Vorlesungen hatten, musste auf Geheiss meines Vaters das Tschutten auf der nahen Volksbadwiese fortgesetzt werden.

Vor ein paar Jahren haben sich alle im Quartier aufgewachsenen Jahrgänge 1940 bis 1955 zu einem samstäglichen Treffen auf dem Wiesli eingefunden. Wir «Kinder» aus allen Schichten haben uns dabei an eine herrliche Jugendzeit erinnert und sind heute noch dankbar, in diesem Quartier mit dem «kostbaren» Wiesli aufgewachsen zu sein. Dass so etwas auch heute noch möglich ist, ist ein Glück und sollte wirklich für weitere Generationen erhalten bleiben. In diesem Fall sollte das Ausnützen und Optimieren zu Gunsten der Wohnlichkeit vergessen werden. Die Pensionskasse des Kantons St. Gallen dürfte sicher für ihre Vorhaben noch anderes Bauland haben oder finden.

Albert Noger

Dietlistrasse 17, 9000 St. Gallen

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