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Ein Isländer vermisst die Swimmingpools

14 Jahre ist es her, als Arni Gardarsson Reykjavik den Rücken kehrte und nach St. Gallen zog. Grund für diesen Wohnortswechsel war eine Anstellung an der Universität, die sein Partner hier erhielt. Dem 52-Jährigen gefällt es in St. Gallen ganz gut, nur manchmal sei ihm etwas langweilig.
Kathrin Reimann

14 Jahre ist es her, als Arni Gardarsson Reykjavik den Rücken kehrte und nach St. Gallen zog. Grund für diesen Wohnortswechsel war eine Anstellung an der Universität, die sein Partner hier erhielt. Dem 52-Jährigen gefällt es in St. Gallen ganz gut, nur manchmal sei ihm etwas langweilig. «Aber es ist ja nicht so, dass man in der Stadt nichts unternehmen könnte. Nur muss man halt etwas lange suchen.» Und schön findet er St. Gallen allemal. Seine alte Heimat vermisst er indes nicht. «Ich habe mich bewusst für einen Umzug entschieden, mit dem Ziel zu reisen, mich auf den Weg zu machen und neue Dinge zu erleben», sagt Gardarsson, welcher in der International School St. Gallen als Kindergärtner arbeitet. «Was ich aber von Reykjavik vermisse, sind die vielen Swimmingpools. Jeder Stadtteil hat dort ein eigenes Hallenbad, in St. Gallen kenne ich nur das Blumenwies.»

Arni Gardarsson ist nur noch selten in der Heimat anzutreffen: «Meine Familie in Island ist nicht mehr so gross, deshalb bietet es sich nicht mehr so an.» Das Spiel Portugal gegen Island vor zwei Tagen hat er dennoch gebannt verfolgt. «Das war ganz gut, mit einem Unentschieden hat kein Mensch gerechnet.» Dementsprechend habe er dieses Resultat auch «ein wenig gefeiert».

«Am nächsten Tag stand in einer isländischen Zeitung, dass 0,007 Prozent der isländischen Bevölkerung im Nationalteam sind, weil unsere Bevölkerung sehr klein ist – das fand ich sehr lustig», sagt Gardarsson, der überzeugt ist, dass sich momentan kein Mensch in Island befindet. «Ausser vielleicht ein paar älteren Damen sind alle Isländerinnen und Isländer nach Frankreich gereist, um unser Nationalteam zu supporten.»

Gardarsson, der seine Freizeit am liebsten mit Lesen, Kochen, Wandern oder Schwimmen verbringt, hofft nun, dass sich das isländische Team noch etwas halten kann. Dass er der einzige Isländer in der ganzen Stadt ist, stört ihn nicht. Dem Club der Isländer in der Schweiz hat er sich auch nicht angeschlossen: «Ich glaube, der ist sowieso tot.»

Arni Gardarsson Kindergärtner aus Island (Bild: pd)

Arni Gardarsson Kindergärtner aus Island (Bild: pd)

Bild: Kathrin Reimann

Bild: Kathrin Reimann

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