Ein Herz fürs «Schlupfhuus»

Das Rotary-Benefizkonzert «Best of Bach» hat 100 000 Franken für das «Schlupfhuus» eingetragen. Der Betrag kommt misshandelten Kindern zugute, die dort Unterschlupf finden.

Fredi Kurth
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Eine runde Sache: Marco Fischer, Werner Hagmann und Martin Huser (von links) präsentieren vor dem «Schlupfhuus» den Konzerterlös. (Bild: Urs Bucher)

Eine runde Sache: Marco Fischer, Werner Hagmann und Martin Huser (von links) präsentieren vor dem «Schlupfhuus» den Konzerterlös. (Bild: Urs Bucher)

Das Kinderschutzzentrum St. Gallen mit seinem «Schlupfhuus» besteht seit zehn Jahren. Die zuständige Stiftung Ostschweizer Kinderspital hat das Jubiläum nicht an die grosse Glocke gehängt. Aber ein Anlass wird den Initianten dennoch lange in Erinnerung bleiben: Das Benefizkonzert «Best of Bach», welches die drei Stadtsanktgaller Rotary-Clubs Freudenberg, St. Gallen und Rosenberg durchgeführt haben.

600 zahlen und geniessen

«Wir strebten diesmal einen Anlass an, der einer Ostschweizer Institution gewidmet ist», sagt Martin Huser, Präsident des Rotary-Club St. Gallen-Freudenberg. Von der Region für die Region hiess das Motto. Die Absicht passte gut zum «Schlupfhuus»-Jubiläum sowie jener des St. Galler Organisten und Rotaryclub-Mitglieds Ruedi Lutz, der schon seit einiger Zeit mit einen Benefizkonzert geliebäugelt hatte.

Die Tonhalle war am 1. November mit 600 Personen beinahe ausverkauft. Je nach Ticket-Kategorie haben sie zwischen 75 und 150 Franken bezahlt, und sie verbanden das Nützliche mit der Annehmlichkeit eines beglückenden Konzertabends. «Best of Bach» war der Auftritt professioneller Chorsänger und Musiker der Bachstiftung, moderiert und dirigiert von Ruedi Lutz persönlich.

Mit einem Kleinbus ins Grüne

Den Billett-Erlös von 100 000 Franken konnte Rotary in Form eines Checks vollumfänglich dem «Schlupfhuus» übergeben. Der Aufwand für Organisation und Musiker wurde durch Sponsorengelder gedeckt. «Wir verwenden das Geld zu einem schönen Teil für einen eigenen Kleinbus», verrät Werner Hagmann, Stiftungsratspräsident Ostschweizer Kinderspital. Ein Sieben- bis Achtplätzer soll es sein, mit dem die Kinder ins Grüne oder zu Spielplätzen gefahren werden. Bisher musste lange im voraus der öV avisiert werden. «Nun sind wir flexibler», sagt Marco Fischer, Geschäftsleiter des Kinderschutzzentrums. Die Anschaffung bietet bei den Ausflügen auch mehr Schutz und Sicherheit.

Erstaunen mag Aussenstehende, dass für eine Institution, die angeschlagene und geschlagene Kinder aufnimmt, nicht schon früher ein solches Gefährt zur Verfügung gestanden hat. «Das wäre eben eine Surplus-Auslage, von der sich Kanton und Gemeinden oft distanzieren», sagt Fischer.

Rasch ein Paar Jeans her

Für scheinbar kleine, aber lebensnotwendige Bedürfnisse wird der übriggebliebene Batzen verwendet. So kommt es vor, dass Kinder im «Schlupfhuus» erscheinen nur mit dem, was sie gerade anhaben. «Dann müssen wir vielleicht rasch ein Paar Jeans kaufen», sagt Hagmann. «Da können wir nicht noch lange einen Antrag stellen.» Dankbarkeit ist die stärkste Regung, welche die «Schlupfhuus»-Betreuer und Betreuerinnen empfinden. Es sei aber auch ein Zeichen von Anerkennung, dass sie vom Rotary-Club angefragt worden seien, sagt Hagmann. Anerkennung für Arbeit zugunsten von hundert Kindern und Jugendlichen jedes Jahr.

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