Ein Hauch Vergangenheit

GOSSAU. Unter dem Titel «Die wilden 50er» zeigt das Tingel-Tangel Variété im Walter-Zoo Gossau seine neue Show: Schwungvolle Tanzeinlagen, ausgeklügelte Kartentricks und witzige Wortspiele.

Manuela Bruhin
Merken
Drucken
Teilen
Das Programm des diesjährigen Tingel-Tangel Variété wartet mit wilden Tanzeinlagen der 1950er-Jahren auf. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Programm des diesjährigen Tingel-Tangel Variété wartet mit wilden Tanzeinlagen der 1950er-Jahren auf. (Bild: Hanspeter Schiess)

Laute «Ahs» und «Ohs» werden vom Klicken der Kamera unterbrochen. Kaum am Restaurant des Walter-Zoos angekommen, bestaunen die vielen Gäste die Kulisse vor dem Gebäude, in dem das neue Tingel-Tangel Variété seit Donnerstag gezeigt wird. Die Requisiten können sich sehenlassen: ein knallgelber Pick-up, parkiert an der Tankstelle im Stil der Fünfzigerjahre, im Hintergrund ein Büro aus längst vergangener Zeit, detailgetreu nachgebildet. Und natürlich die pinke Vespa, mit der einige der Artisten gleich ins Restaurant fahren werden, um die Gäste zu begrüssen. Weitere staunende Augenpaare sind dann voll und ganz auf das Ambiente im Inneren gerichtet – schwere Kronleuchter, Schallplatten als Untersetzer und die Kostüme mit ausladenden Petticoats und smarten Anzügen. Wer die künstlerische Leiterin Gabi Federer, kennt, der weiss: Sie gibt sich erst zufrieden, wenn auch das letzte Detail stimmt. Und den Reaktionen der Zuschauer nach zu urteilen, ist ihr das einmal mehr geglückt.

Der schöne Elvis

Das neue Variété entführt die Besucher in längst vergangene Zeiten, als die Röcke ausladend waren, wild getanzt und gesungen wurde. Mäuschenstill wird es im Saal, als Künstler Andi King den Song «Can't help falling in love with you» zum besten gibt. Wie Gabi Federer im Vorfeld erklärt, sei ein guter Elvis-Imitator das A und O der Show. «Mir war schnell klar: Sollte das Thema zustande kommen, muss es ein Elvis sein, der gut aussieht und ebenso gut singen kann.» Auch bei den weiteren Artistennummern sei grosser Wert auf Vielfalt gelegt worden. Egal, ob Tanzeinlagen in bunten Kostümen und mit Hula-Hoop-Reifen, schwindelerregende Jonglagen mit Bällen und Diabolos, knifflige Kartentricks, gefühlvolle und rockige Balladen, witzige Wortspiele – das Variété wird durch und durch im Stil der Fünfzigerjahre gehalten. Nicht zu vergessen natürlich das viergängige Menu, welches von den Gästen an der Premiere besonders gelobt wird.

Beengte Verhältnisse

Für Gabi Federer geht eine intensive Woche zu Ende. In den Tagen vor der Premiere wird mit allen Artisten zusammen geprobt, die Kostüme werden angepasst und die Kulissen zurechtgerückt. «Es hat sich gezeigt, dass wir auch in diesem Jahr auf ein super Team zählen dürfen», freut sich Federer. Gerade die beengten Verhältnisse des Restaurants setzten eine hohe Improvisationsbereitschaft voraus – etwa dann, wenn sich die Artisten in einer Garderobe im Treppenhaus umziehen müssten. Für die Zukunft wäre laut Federer deshalb ein Umbau der Räumlichkeiten denkbar. Für Federer ist es klar, dass das Tingel-Tangel Variété auch in Zukunft fester Bestandteil des Walter-Zoos bleiben wird. «Gerade diese Show beinhaltet so viel Pep und Fröhlichkeit, dass es eine wahre Freude ist. Ich hoffe natürlich, dass dies auch den Leuten gefällt.» Eine durchaus berechtigte Hoffnung – lauthals wird am Ende der Premiere geklatscht und nach einer Zugabe verlangt. Scheint so, als ob die Gastgeberin und ihr Team einmal mehr alles richtig gemacht hätten.