Ein Goldacher in der Super League

GOLDACH. Silvan Hefti aus Goldach spielt seit kurzem für den FC St. Gallen in der Super League und steht im Kader der U19-Nationalmannschaft der Schweiz. Neben dem Fussball absolviert er eine kaufmännische Ausbildung.

Patrick Baumann
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Der Goldacher Silvan Hefti läuft als Rechtsverteidiger für den FC St. Gallen und für die U19-Nationalmannschaft der Schweiz auf. (Bild: Michel Canonica)

Der Goldacher Silvan Hefti läuft als Rechtsverteidiger für den FC St. Gallen und für die U19-Nationalmannschaft der Schweiz auf. (Bild: Michel Canonica)

Am 12. September 2015 bestritt der Goldacher Silvan Hefti, im Alter von 17 Jahren, sein erstes Super League Spiel für den FC St. Gallen. Gegner war der «grosse» FC Basel, der die Ostschweizer im St. Jakob-Park empfing. «Nervös war ich nur kurz beim Einlaufen. Danach war es für mich einfach ein Fussballspiel», sagt Hefti. Viel Zeit, um sich mental vorzubereiten, blieb ihm sowieso nicht: Nur wenige Tage vor dem Spiel trainierte er erstmals mit dem Fanionteam. Am Morgen des Spieltags habe er dann erfahren, dass er gegen den FC Basel spielen werde. «Für mich war es von Vorteil, dass alles so schnell ging. Ich hatte dadurch keine Zeit, mir über die grösseren Dimensionen Gedanken zu machen, und musste mich einfach anpassen.»

Seit seinem Début lief der heute 18jährige Hefti in sieben weiteren Cup- und Meisterschaftspartien auf. Die Umstellung von der Promotion League, in der er zuvor spielte, zur Super League sei ihm nicht sehr schwer gefallen. Er merke aber das höhere Tempo, beispielsweise bei Gegenstössen. «Man muss noch mehr bei der Sache sein und im Kopf noch schneller umschalten können.»

Anfänge beim FC Goldach

Seine ersten Schritte auf dem Fussballplatz machte Hefti beim FC Goldach. Im Alter von 12 Jahren wechselte er dann in die U13-Mannschaft des FC St. Gallen und durchlief in der Folge alle Juniorenabteilungen des Vereins. Die Primarschule besuchte er in seinem Heimatdorf. Die Sekundarschule absolvierte er dann an der Sportschule in Bürglen. Momentan besucht Hefti die United School of Sports, welche jungen Sporttalenten eine kaufmännische Grundbildung anbietet. «Eine solide Ausbildung neben dem Platz war mir von Anfang an wichtig, und auch der Verein legt grossen Wert darauf», sagt Hefti. «Zurzeit befinde ich mich im Praktikum, das Teil der Ausbildung ist. Ich arbeite bei der Alpha Rheintal Bank und trainiere sechs bis sieben Mal in der Woche», sagt Hefti. Viel Freizeit bleibe ihm nicht, da die Spiele der Super League meistens am Wochenende stattfinden. Hin und wieder könne er aber trotzdem etwas mit Freunden unternehmen.

Schritt für Schritt

Trotz der grossen Belastung durch Sport und Ausbildung habe er nie Druck verspürt, unbedingt Profifussballer werden zu müssen. «Natürlich war es von Anfang an mein Traum, für den ich auch viel gearbeitet habe», sagt Hefti. Bei Future Champs Ostschweiz wurde er aber schrittweise an den Profifussball herangeführt. «Die wichtigste Komponente für den Erfolg ist, dass man sich immer etwas sucht, in dem man sich noch verbessern kann. Man darf nie stehenbleiben.» Natürlich gehöre aber auch Talent und eine grosse Portion Glück dazu. Eine wesentliche Rolle spiele auch die Gesundheit. Hefti hat sich nie eine schlimme Verletzung zugezogen. Wirklich schwierige Situationen habe er deshalb auf seinem Weg in die höchste Spielklasse nicht erlebt. Aber auch er habe Rückschläge verarbeiten müssen.

Fokus auf den FC St. Gallen

Heftis Ziel für diese Saison ist es, so viele Partien wie möglich zu absolvieren. «Es ist nicht selbstverständlich, in diesem Alter schon so oft zum Einsatz zu kommen. Ich möchte deshalb diese Chance nutzen», sagt er. «Später wäre es schön, für einen grossen Verein, vielleicht in der Bundesliga oder der Premier League, zu spielen. Momentan konzentriere ich mich aber ausschliesslich auf meine Aufgaben beim FC St. Gallen und in der U19-Nationalmannschaft.»