«Ein Gemeindefest wird erwartet»

Nach neun Jahren Pause ist in Gaiserwald im Mai 2016 wieder eine Gewerbeschau geplant. Bereits haben sich 40 Betriebe provisorisch angemeldet. OK-Präsident Rolf Bucher weiss, dass die Erwartungen von allen Seiten hoch sind.

Corinne Allenspach
Drucken
Teilen
Eine Ausstellung, an der sich Jung und Alt aktiv beteiligen können, das soll die GGA16 werden. Im Bild ein Posten am Dorffest 2014 in Engelburg. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eine Ausstellung, an der sich Jung und Alt aktiv beteiligen können, das soll die GGA16 werden. Im Bild ein Posten am Dorffest 2014 in Engelburg. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die letzte Gaiserwalder Gewerbeausstellung (GGA) fand 2007 in Abtwil statt. Also vor bald neun Jahren. Warum hat man so lange gewartet mit einer Neuauflage?

Rolf Bucher: Eine solche Ausstellung ist natürlich immer mit Aufwand verbunden und es ist schwierig, Leute zu finden, die das übernehmen. Ich bin aber froh, dass der Vorstand des Gewerbevereins entschieden hat, dass es wieder einmal Zeit wäre für eine GGA. Denn ich bin überzeugt, dass sehr viel Potenzial in unseren Gewerblern steckt.

2007 kündigten die damaligen Organisatoren eine «Mini-Olma im Dorf» an. Wie sieht das Konzept diesmal aus?

Bucher: Die Erwartung ist ganz klar da, dass es ein Gemeindefest gibt. Vor allem die GGA 1996 in Engelburg haben die Leute als Fest noch in bester Erinnerung. Ziel für die GGA16 vom 20. bis 22. Mai ist es darum, die Ausstellung in und um die Dreifachhalle Engelburg herum einzurichten, und parallel dazu die Mehrzweckhalle als Festort. Geplant sind Vereinsauftritte, gesellige Anlässe und Spiele für Kinder.

Heute gibt es so viele Messen. Ist da eine Gewerbeschau einer einzelnen Gemeinde überhaupt noch zeitgemäss?

Bucher: Es gibt sicher spezialisierte Messen wie etwa die Ostschweizer Bildungsausstellung OBA, wo man sich breiter informieren kann. Gewerbebetriebe sind aber ein Teil der Gemeinde. Und aktive Gewerbler tragen viel dazu bei, dass ein Dorf nicht zur Schlafgemeinde verkommt.

Lohnt sich eine Teilnahme für die Aussteller überhaupt?

Bucher: So unterschiedlich die Betriebe, so unterschiedlich sind auch die Erwartungen. Die Teilnahme lohnt sich aber auf jeden Fall. Es ist eine Gelegenheit, mit Kompetenzen und Innovationen auf sich aufmerksam zu machen. Und vielleicht Aufträge zu generieren. Meiner Meinung nach stehen jedoch das Erlebnis einer spannenden Gewerbeschau und die gesellschaftlichen Kontakte im Vordergrund.

Können Sie ein Beispiel geben?

Bucher: Die Firma Stalder beispielsweise hat die Teilnahme bereits zugesagt, obwohl Stalders Kunden vor allem von auswärts und nicht aus dem Dorf kommen. Stalder will mit seiner Teilnahme einfach einen Beitrag an eine aktive Gemeinde leisten.

Was ist das Ziel der GGA16?

Bucher: Wichtig ist, dass die Aussteller nicht einfach nur dastehen, sondern etwas produzieren. Es soll eine aktive Schau werden. Ausserdem soll die GGA eine Plattform für die Jugend sein, um sich zu informieren, welche Berufe es gibt.

An der GGA07 wurde das mangelnde Interesse der Gewerbler an einer Teilnahme beklagt. Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Bucher: Die Motivation zur Teilnahme ist sicher eine der grössten Herausforderungen. Der direkte Nutzen wird von vielen Firmen in Frage gestellt. Die wenigsten haben Erfahrung als Aussteller und viele scheuen Aufwand und Kosten. Wichtig ist mir, die Begeisterung zu wecken. Die Teilnahme ist für jeden Gewerbler eine Chance, sich von der besten Seite zu zeigen. Und die Teilnahme soll auch für kleine Betriebe erschwinglich sein.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie?

Bucher: Der Gewerbeverein zählt 167 Mitglieder. 40 haben sich bisher provisorisch angemeldet, 10 haben abgesagt. Bleiben noch 117. Wenn wir am Schluss 60 Teilnehmer haben, dürfen wir vermutlich zufrieden sein.

Noch dauert es ein Jahr bis zur GGA. Was steht als Nächstes an?

Bucher: Im Moment arbeiten wir noch das Konzept fertig aus. Ziel ist es, vor den Sommerferien das OK weiter aufzustocken. Unter anderem fehlt noch der Finanzchef. Bisher sind wir zu acht. Fritz Wüthrich ist fürs Programm zuständig, Roman Hugener und Christian Mock für die Infrastruktur, Nico Forster und Patrick Vettiger fürs Marketing. Roberto Sessolo und Jacqueline Stalder vertreten den Vorstand.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Bucher: Natürlich aufs Fest (lacht). Aber bereits die Vorbereitung ist sehr spannend, die Kontakte mit den verschiedenen Unternehmern und mit der Jugend. Mich reizen derartige Aufgaben, bei denen man etwas von Grund auf auf die Beine stellt und auf ein konkretes Ziel hin arbeitet.

Rolf Bucher Architekt, Präsident TSV Engelburg und OK-Präsident GGA16 (Bild: pd)

Rolf Bucher Architekt, Präsident TSV Engelburg und OK-Präsident GGA16 (Bild: pd)

Aktuelle Nachrichten