Ein ganzes Haus für die Kunst

Mit dem geplanten Neubau für das Naturmuseum gehört der Kunkler-Bau im Stadtpark künftig alleine der Kunst. Er muss aber an die Bedürfnisse des Kunstmuseums angepasst werden. Die Stadt hat das Projekt ausgeschrieben.

Tobias Hänni
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Museen im Stadtpark: Der Kunkler-Bau vorne beherbergt heute das Natur- und das Kunstmuseum. (Bild: Urs Bucher)

Museen im Stadtpark: Der Kunkler-Bau vorne beherbergt heute das Natur- und das Kunstmuseum. (Bild: Urs Bucher)

«Ziel ist es, das Museum (…) international in der Spitzengruppe der Häuser seiner Grösse zu positionieren.» Die Stadt hat jetzt den Projektwettbewerb für die Erneuerung des Kunstmuseums eröffnet und dabei in den Projektunterlagen eine klare Richtung für die Zukunft des Museums vorgegeben. Architektinnen und Architekten können bis Mitte April ihre Grundideen zum Umbau, der die Vision eines Kunstmuseums mit internationaler Ausstrahlung vorantreiben soll, beim Hochbauamt einreichen.

Ein Haus für jedes Museum

Der Vision stand bislang das knappe Platzangebot im Museumsviertel im Weg. Das Kunstmuseum teilt sich mit dem Naturmuseum das historische Kunkler-Gebäude im Stadtpark. Mit der Strategie «Drei Museen – Drei Häuser» soll die Raumnot in der städtischen Museumslandschaft beseitigt werden: Das Naturmuseum erhält im Osten der Stadt einen Neubau, das Kunstmuseum bleibt am bisherigen Standort. Verwaltung, Kunstvermittlung und Sonderausstellungen des Kunstmuseums sollen zudem ins Kirchhoferhaus auf der anderen Seite der Museumsstrasse ausgelagert werden.

Ein fliessender Rundgang

Mit dem geplanten Umzug des Naturmuseums an die Rorschacher Strasse steht dem Kunstmuseum künftig der gesamte Kunkler-Bau zur Verfügung. Nachdem das historische Gebäude in den 1980er-Jahren baulich an den Betrieb zweier Museen angepasst wurde, muss es nun wieder auf eine einzige Institution ausgerichtet werden.

Einer der Schwerpunkte der Erneuerung ist darum gemäss Projektunterlagen die «Organisation des Museumsrundgangs». «Die Besucherführung durch das Museum soll fliessend und ohne Unterbrüche gestaltet werden», erläutert Museumsdirektor Roland Wäspe. Die Besucher sollen durch das Museum geführt werden, ohne dabei gewisse Räume auslassen zu müssen. Im Untergeschoss des Gebäudes, wo zurzeit noch das Naturmuseum beheimatet ist, müssen gemäss Wäspe verschiedene Anpassungen, etwa am Beleuchtungssystem oder der Klimatisierung, vorgenommen werden.

Mit dem Umbau soll auch die Anlieferung beim Museum verbessert werden. «Bis jetzt besteht keine Möglichkeit, empfindliche Ausstellungsstücke ohne Unterbruch der <Klimakette> direkt ins Innere des Gebäudes zu liefern», sagt Wäspe. «Die Stücke müssen deshalb in spezielle Klimakisten verpackt werden.» Das Problem könnte laut dem Museumsdirektor etwa durch eine «Andockstation» für die Lieferfahrzeuge gelöst werden. Ausserdem sollen der Eingangsbereich mit Foyer und Kaffeebar vergrössert und das ganze Gebäude rollstuhlgängig gemacht werden.

Parlament entscheidet 2012

Bei der Erneuerung muss die historische Substanz des Kunkler-Baus so weit wie möglich bewahrt werden. Denn das Gebäude ist nicht nur im städtischen Inventar schützenswerter Bauten, sondern steht auch unter eidgenössischem Denkmalschutz. «Ich bin gespannt darauf, wie die verschiedenen Vorschläge diese Vorgaben berücksichtigen», sagt Wäspe.

Bis im Januar 2012 will die Stadt das Siegerprojekt ausgewählt haben. Anschliessend stimmt das Stadtparlament über einen Projektierungskredit ab. Zeitgleich soll es auch über das Bauprojekt für das neue Naturmuseum sowie die Bauprojektierung für die Sanierung des Historischen und Völkerkundemuseums entscheiden. «Wir wollen dem Parlament Anfang nächstes Jahr alle drei Teilprojekte auf den Tisch legen», sagt Stadtbaumeister Erol Doguoglu auf Anfrage.