Ein Frauendoppel, das harmoniert

Seit bald zwei Jahren ist Céline Burkart für die BV St. Gallen-Appenzell aktiv. Noch bis im Dezember spielt mit Aprilia Yuswandari eine Ausnahmeathletin an ihrer Seite. So auch am Sonntag im NLA-Derby gegen den BC Uzwil.

Nicolas Ledergerber
Merken
Drucken
Teilen
Das Zusammenspiel passt: Céline Burkart (links) und Aprilia Yuswandari geben im Frauendoppel den Ton an. (Bild: Urs Bucher)

Das Zusammenspiel passt: Céline Burkart (links) und Aprilia Yuswandari geben im Frauendoppel den Ton an. (Bild: Urs Bucher)

BADMINTON. In den vergangenen drei Jahren erreichte die Badmintonvereinigung St. Gallen-Appenzell dreimal den Playoff-Final. Dreimal gingen die Ostschweizer als Verlierer vom Platz, zweimal gegen den BC Uzwil. Jetzt ist für die laufende Saison mit Aprilia Yuswandari eine Ausnahmeathletin zur Vereinigung gestossen. Die 27-Jährige ist die ehemalige Weltnummer 21 und international auf einem Spitzenniveau. Im Frauendoppel spielt Yuswandari jeweils mit Céline Burkart zusammen – mit grossem Erfolg. Nach den ersten drei Meisterschaftsrunden ist die BV St. Gallen-Appenzell auf dem ersten Platz der NLA-Tabelle klassiert.

Obwohl die Indonesierin eigentlich Spezialistin für die Einzelbegegnungen ist, funktioniert das Ensemble Burkart/Yuswandari sehr gut. «Es ist äusserst einfach, mit ihr zusammenzuspielen. Wir verstehen uns einfach», sagt Burkart über ihre Partnerin. Die 20jährige Burkart kann von ihrer Klasse profitieren, wenn auch nur kurzfristig. Denn Yuswandari verlässt St. Gallen-Appenzell bereits im Dezember wieder. Trotz der zeitlich begrenzten Zusammenarbeit zeigt sich Burkart beeindruckt von ihrer Doppelpartnerin: «Es ist bemerkenswert, wie sie trainiert und auftritt. Sie ist sehr diszipliniert und fokussiert», so Burkart weiter. Auch auf dem Platz sei ihre Qualität zu sehen. «Man sieht ihr asiatisches Spiel. Schnell, beweglich und technisch stark.»

EM als kurzfristiges Ziel

Für Burkart geht die persönliche Entwicklung weiter. Seit Januar des vergangenen Jahres spielt die Zugerin für St. Gallen-Appenzell. Für sie sei es der richtige Karriereschritt gewesen: «Bei Tafers-Fribourg kam ich nicht sehr häufig zum Einsatz. Das hat sich nun geändert.» Den Kontakt zu St. Gallen-Appenzell ist durch einen Kollegen aus dem Nationalkader, Christoph Heiniger, entstanden. Der Einstieg ins Team war kein Problem. «Ich habe von Anfang an dazugehört. Wir sind wie eine kleine Familie.» Ihr Training absolviert Burkart auf dem Stützpunkt der Nationalmannschaft in Bern. Ihr kurzfristiges Ziel sei die EM. Diese findet im kommenden April im französischen Mouilleron-le-Captif, in der Nähe von Nantes, statt. «Über eine längere Zeitspanne strebe ich eine Klassierung unter den besten fünfzig der Weltrangliste an», sagt Burkart. Aber nicht etwa im Einzel wie ihre Doppelpartnerin Aprilia Yuswandari. «Ich spiele lieber Doppel, bei den Frauen und im Mixed, sowohl im Verein als auch im Nationalteam. Das wird sich nicht ändern.»

Zwei ebenbürtige Kontrahenten

Am Sonntag trifft St. Gallen-Appenzell im Ostschweizer Derby auf den BC Uzwil. Die beiden Spitzenteams begegnen sich auf Augenhöhe. «Es wird eine ausgeglichene Partie. Alles kann passieren», sagt Burkart. Dank der «klaren Leaderfigur» Yuswandari ist St. Gallen-Appenzell nun auch im Fraueneinzel erfolgreicher. «In der vergangenen Saison war das Fraueneinzel eine unserer Schwachstellen. Mit Aprilia ist dieses Problem nun behoben», so Burkart weiter. Und vielleicht klappt es in der laufenden Spielzeit mit dem ersten Meistertitel seit 2012. Am Wochenende können Burkart und ihre Teamkollegen in der Turnhalle Tal der Demut einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen.