Ein Eyecatcher am Rosenberg

Die Helvetia-Versicherung baut den letzten Teil ihres Hauptsitzes am Rosenberg. Den Bau entworfen hat das Architekturbüro Herzog & de Meuron. Unberührt bleibt vorerst die grüne Wiese nebenan an bester Wohnlage.

Elisabeth Reisp
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Die letzte Bauetappe am Hauptsitz der Helvetia-Versicherung wird noch dieses Jahr in Angriff genommen. Der geplante Westflügel schliesst nach den Bauten auf der Süd-, Nord- und Ostseite von 2002 und 2004 die Erweiterung ab. Der Bau verfügt wie seine Pendants über grosse Glasfenster, die alle minim anders ausgerichtet sind. In jedem Fenster spiegelt sich deshalb ein anderes Stück der Umgebung. Es wäre aber kein Bau von Herzog & de Meuron, wenn es nicht einen «Eyecatcher» gäbe: Der Bürokomplex fusst nicht auf einem festen Fundament, sondern wird auf Kegeln stehen.

In den Kegeln sind Räume

Optisch sollen die Kegel Teil des Gartens sein und nicht des Hauses. Ursprünglich waren felsenähnliche Sockel für den Bürokomplex geplant, diese Idee hätten die Architekten aber bald verworfen. «Unsere Projekte müssen immer zweckmässig sein», sagt Architekt Jacques Herzog. Die Kegel sind deshalb nicht nur ein ästhetisches Element, sie sind auch funktional. Aufgrund ihrer Form wie «steinerne Zelte» hätten die Räume eine besondere Atmosphäre.

«Im einen Kegel wird es eine Cafeteria geben, im anderen vermutlich ein Sitzungszimmer», sagt Projektleiter Daniel Wehrli. Letzteres sei aber noch nicht festgelegt. Platz dafür sei im Kegel genug vorhanden, sagt Wehrli, die Visualisierung täusche etwas. «Der Kegel ist zwei Stockwerke hoch.»

Wiese bleibt unverbaut

Mit dem neuen Flügel schafft die Helvetia gemäss ihrer Mitteilung 130 neue Arbeitsplätze. Zudem wird der Gastrobereich, der öffentlich ist, erweitert. Mit dem Bau soll nächsten Winter begonnen werden. Zwei Jahre später, so der Plan, sind die Büros bezugsbereit. Die reinen Baukosten bewegen sich laut Wehrli zwischen 30 und 35 Millionen Franken. Die Landkosten sind nicht eingerechnet.

Die grüne Wiese auf der Ostseite der Helvetia ist Bauland an bester Lage und nach wie vor unverbaut. «Und auch noch völlig unverplant», betont der Projektleiter. Zwar strecke die Helvetia Versicherung immer wieder ihre Fühler aus – «in alle möglichen Richtungen» –, Bauprojekte jeglicher Art seien aber noch ferne Zukunftsmusik. Denkbar sei der Bau von Wohnungen genauso wie Büros, aber auch von weiteren Räumen für die benachbarte HSG. Letzteres sei vorerst vom Tisch. Die HSG habe lange Interesse an diesem Grundstück gehabt, dieses sei aber von Seiten der Universität nicht aufrechterhalten worden, sagt Wehrli. «Das kann aber von Jahr zu Jahr ändern.»

Das Büro Herzog & de Meuron ist spätestens seit seiner spektakulären Konstruktion des Olympiastadions in Peking weltweit bekannt. Das Projekt für die Helvetia sei ein besonderes, sagt Jacques Herzog. Der Wettbewerb für die Helvetia-Bauten wurde 1989 ausgeschrieben. «Mit dem Sieg damals haben wir eines unserer ersten grossen Projekte an Land gezogen.»

Architektur Hotspot Rosenberg

Mit dem Westflügel vollenden die Stararchitekten den Hauptsitz der Helvetia. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die von Walter Förderer entworfene HSG, die bei ihrer Eröffnung 1963 europaweite Beachtung erfuhr. Entstünde nun am Rosenberg ein «Hotspot für Architekturtouristen» wäre das toll, sagt Wehrli. Denn Architektur vermittle immer auch ein Image, «in diesem Fall hoffentlich ein positives».

Der neue Arbeitsplatz von 130 Menschen wird auf Kegeln thronen. (Bild: Visualisierung: pd)

Der neue Arbeitsplatz von 130 Menschen wird auf Kegeln thronen. (Bild: Visualisierung: pd)

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