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Ein exotischer Badegast

Im Gübsensee ist eine Chinesische Weichschildkröte aufgetaucht. Das bissige Tier wurde vermutlich ausgesetzt. Obwohl sie dort überleben könnte, soll sie das Gewässer verlassen.
David Gadze
Diese Chinesische Weichschildkröte ist aus dem Gübsensee gefischt worden. (Bild: pd)

Diese Chinesische Weichschildkröte ist aus dem Gübsensee gefischt worden. (Bild: pd)

Ein ungewöhnlicher Badegast tummelt sich zurzeit im Gübsensee: Die Stadtpolizei erhielt vergangene Woche das Bild einer Chinesischen Weichschildkröte, die ein Fischer offenbar an seiner Angel aus dem Wasser gezogen und danach in den See zurückgelegt hatte.

Schildkröten oft Wegwerfware

Wie die Schildkröte in den Gübsensee gekommen ist, ist unklar. Vermutlich sei sie ausgesetzt worden, sagt Franz Blöchlinger vom Veterinäramt des Kantons St. Gallen. «Wasserschildkröten werden als Schlüpflinge verkauft, wachsen schnell und sind dann oft Wegwerfware.» Es komme immer wieder vor, dass ausgewachsene Schildkröten einfach im nächstgelegenen Gewässer «entsorgt» würden. Das führe zu einer unerwünschten Vermehrung der exotischen Tiere in der Schweiz, erklärt Blöchlinger. «Wir sind strikt dagegen, dass die Tiere ausgesetzt werden, und rufen die Leute auf, lieber von Anfang an auf den Kauf zu verzichten. Eigentlich sollte der Verkauf aber gar nicht mehr erlaubt sein.»

Fremde Schildkrötenarten seien in freier Natur nämlich eine Bedrohung für die einheimische Sumpfschildkröte. Diese gebe es im Gübsensee zwar nicht, dennoch gehöre das fremde Tier nicht in das Gewässer. «Das Aussetzen exotischer Schildkröten ist darüber hinaus Tierquälerei. Denn weder die klimatischen Bedingungen noch die Nahrung entsprechen ihren Anforderungen», sagt Blöchlinger. Im Gübsensee gebe es zudem ein Problem mit den starken Wasserstandschwankungen und dem starken Sog bei der Staumauer.

In der Tiefe überwintern

Auch wenn die Chinesische Weichschildkröte im Gübsensee nicht heimisch ist, sei das Leben dort für sie kein Problem, sagt Hermann Koller von der Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz (SIGS). Sie fresse Fische, Frösche, Molche und «alles, was im See lebt und sich bewegt» und habe ziemlich sicher keine Feinde im Gübsensee. «Allenfalls könnte ihr ein grosser Hecht gefährlich werden.» Sie würde auch den Winter schadlos überleben, sofern sie ihre Winterruhe einfach in der Tiefe des Gewässers verbringen könnte. «Dennoch muss man sie aus dem See rausnehmen. Schliesslich haben wir nicht nur ihr gegenüber eine Verantwortung, sondern auch gegenüber den anderen Tieren und der Natur», sagt Koller.

Ausserdem sei die Chinesische Weichschildkröte schnell, sehr wendig und «bissig wie der Teufel». Für Badegäste oder Spaziergänger sei sie aber kaum gefährlich. Denn Wasserschildkröten seien zwar Wildtiere, aber auch Fluchttiere. «Wenn sie bedroht werden, versuchen sie wenn möglich zu fliehen.»

Die Polizei informieren

Auch Hermann Koller äussert sein Unverständnis über das Aussetzen der Tiere. «Die SIGS hilft den Leuten rund um die Uhr bei der Haltung von Schildkröten.» Ausserdem habe die SIGS Auffangstationen, in denen man nicht mehr erwünschte Tiere abgeben könne. Franz Blöchlinger ruft Spaziergänger dazu auf, die Stadtpolizei zu informieren, wenn sie die Schildkröte im Gübsensee sehen oder allenfalls sogar wissen, wer sie ausgesetzt haben könnte.

Am Gübsensee zog ein Fischer vergangene Woche . . . (Archivbild: Coralie Wenger)

Am Gübsensee zog ein Fischer vergangene Woche . . . (Archivbild: Coralie Wenger)

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