Ein Ex-Präsident und weniger Bewohner

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Der Historische Verein des Kantons St. Gallen sucht bereits wieder einen Präsidenten. Oder eine Präsidentin. Das ist einem Mitgliederbrief für die Hauptversammlung von morgen Mittwoch zu entnehmen. Daniel Studer, seines Zeichens Direktor des Historischen und Völkerkundemuseums, hat den Job nach nur zwei Jahren niedergelegt. Er war im März 2015 als Nachfolger von Stiftsbibliothekar Cornel Dora an die Spitze des Historischen Vereins gewählt worden. Studer hatte damals vielen als Hoffnungsträger gegolten: Er sollte den Historischen Verein ins 21. Jahrhundert führen. Was angesichts des Umbruchs in diesem Fachgebiet keine einfache Aufgabe ist. Was die Ursache für die Demission von Studer war, ist dem Mitgliederbrief nicht zu entnehmen. Die Basis hat sein Rücktritt jedenfalls überrascht. (vre)

100000 Einwohner. So gross soll St. Gallen dereinst werden, wenn es nach dem Willen des Stadtrats geht. Nach Jahren des Wachstums und der Annäherung an die 80000-Einwohner-Marke hat dieses Ziel im vergangenen Jahr jedoch einen Dämpfer erlitten. Erstmals seit Jahren ist St. Gallen bevölkerungsmässig geschrumpft – als einzige grosse Schweizer Stadt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Angesichts des seit 20 Jahren anhaltenden Schweizer Städtebooms sei dies erstaunlich. Der «Tagi» sucht auch nach den Gründen, warum das so sein könnte, und bringt die Randlage oder das mangelnde Arbeitsplatzangebot ins Spiel. Stadtpräsident Thomas Scheitlin (Bild) stellt diese Gründe in Abrede und meint auch zur Frage, ob der Kollaps der Textilindustrie vor bald 100 Jahren eine Rolle spiele: «Der Zusammenbruch spielt heute praktisch keine Rolle mehr.» SP-Stadtparlamentarier und Kantonsrat Etrit Hasler hingegen bringt den Bevölkerungsschwund im «Tagi»-Artikel sprachlich vielleicht nicht ganz so gepflegt, dafür aber glasklar auf den Punkt: «Eigentlich geht uns St. Gallern das am Arsch vorbei.» (dag)