Ein etwas anderes Schattenbild

Der Rorschacher Thomas Vogt präsentiert am 6. Februar an der Kunstausstellung in der Markthalle Altenrhein eine spezielle Motorhaube. Mit farbigen Buchstaben und einer Lampe hat er diese umgestaltet.

Alexandra Pavlovic
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Der Rorschacher Thomas Vogt und seine Motorhaube: Trifft der Scheinwerfer auf die Buchstaben, entsteht ein Schattenbild. (Bild: Alexandra Pavlovic)

Der Rorschacher Thomas Vogt und seine Motorhaube: Trifft der Scheinwerfer auf die Buchstaben, entsteht ein Schattenbild. (Bild: Alexandra Pavlovic)

RORSCHACH. Eineinhalb Meter lang, etwas mehr als einen Meter breit, oben und unten geschwungen, die Oberfläche metallicgrau. Hersteller Mercedes Benz. Der Rorschacher Thomas Vogt hat eigens für die Kunst-Ausstellung am 6. Februar in der Markthalle Altenrhein eine Motorhaube zu einem Kunstwerk umgestaltet. In einem Zimmer seiner Wohnung und nicht etwa in einem Atelier – wie man von einem Künstler meinen könnte – steht das schwere Ding auf zwei Stühlen, angelehnt an der Wand und wartet darauf, weiter mit farbigen Buchstaben beklebt zu werden.

Etwas Neues kreieren

Worin aber liegt für den 28-Jährigen der Reiz, an einer solchen Ausstellung teilzunehmen? Thomas Vogt denkt nach. «Wer hat schon mal eine umgestaltete Motorhaube an der Wand hängen sehen? Ich nicht.» Genau deshalb wolle er sich dieser Herausforderung stellen und sich beweisen, dass er aus einem Abfallprodukt etwas Neues kreieren könne. Wiederverwertung mal anders. Aus einem alltäglichen Produkt etwas Spezielles schaffen, ist für den Rorschacher nichts Ungewöhnliches, lebt seine Gestaltungsagentur Pfirsichblau doch von kreativen Ideen.

Schattenbild mal anders

Als gelernter Polygraph war Thomas Vogt schon immer umgeben von gestalterischen Arbeiten. Ob mit Buchstaben oder Farben, für Vogt muss es einfach ausgefallen sein. Dass er Mut zum Aussergewöhnlichen hat, zeigt sich auch auf seiner Motorhaube. Inspiriert von der Umgebung, dem Internet und Magazinen hat er sich entschlossen, ein Schattenbild auf seine Motorhaube zu projizieren. Mit einem Scheinwerfer versteht sich. Wie aber lässt sich ein solches auf eine Motorhaube werfen? «Das habe ich mich auch gefragt», sagt der Rorschacher und fügt an, «die Umsetzung war alles andere als leicht». Er habe es anfangs mit zerknülltem Papier versucht. «Wie sich herausstellte, war das Material nicht optimal.» Er suchte weiter und fand im Karton, das ideale Material. Allerdings ist es nicht der übliche Verpackungskarton, sondern einer in Buchstabenform. Die Buchstaben B, Z, T, N und andere kleben nun auf der Motorhaube. Farbig wie sie sind, sollen sie etwas chaotisch wirken, sagt er. Auf den ersten Blick seien es bekannte Formen, jedoch lassen sie bei genauerem Hinsehen ein spezielles Schattenbild erkennen. Wenn Vogt sich zurückerinnert, wie viele Male er den perfekten Winkel für die Buchstaben gesucht hat, und wie viele Male er sie ankleben und wieder entfernen musste, so hofft er, dass ihm «der Überraschungseffekt» gelungen ist. Was für einen Schatten die farbigen Buchstaben darstellen werden, will der Künstler noch nicht verraten. «Das Geheimnis wird erst an der Vernissage gelüftet.»

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