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Ein empathischer Museumsführer

Mit «Copernicus», einem Multimedia-Guide, erleben Besucher die Ausstellung im Fliegermuseum Altenrhein aus einer neuen Perspektive. Nähern sie sich einem Exponat, erscheinen vollautomatisch Erläuterungen, Videos und Bilder dazu.
Franca Hess
Mit dem Tablet kann die Ausstellung neu erlebt werden. (Bild: PD)

Mit dem Tablet kann die Ausstellung neu erlebt werden. (Bild: PD)

Das Fliegermuseum Altenrhein zeigt nicht nur Flugzeuge, es ist selbst zum Pilot geworden. Das Start-up-Unternehmen Contexagon GmbH hat das Multimedia-Guide-System Copernicus entwickelt und als Pilotprojekt im Fliegermuseum verwirklicht. Besucher können mit einem Tablet in der Hand und Kopfhörern im Ohr durch die Ausstellung laufen. Nähert sich ein Besucher einem Exponat, erscheinen vollautomatisch Erläuterungen, Videos und Bilder dazu. Dies ermöglichen Sender, die an den Ausstellungsstücken angebracht sind. Der «empathische Museumsführer», wie er vom Unternehmen genannt wird, reagiert auf das Besucherinteresse. Geht der Besucher am Exponat vorbei, erscheinen keine Informationen. Erst wenn sich der Museumsgast für das Ausstellungsstück interessiert, also stehenbleibt, bekommt er grundlegende Fakten. Je länger er stehenbleibt, desto mehr Informationen folgen. So kann sich jeder nach eigenem Interesse über die Ausstellungsstücke informieren und sie aus verschiedenen Perspektiven kennenlernen.

Keine Konkurrenz, sondern Erweiterung

Bald sollen Interviews mit den Piloten auf dem Multimedia-Guide zu hören sein. Weiter will das Unternehmen den Guide mit Quizzspielen und virtuellen Schnitzeljadgen erweitern. Führungen ersetzt der Multimedia-Guide aber nicht. «Museumsführer können auf die individuellen Bedürfnisse der Besucher eingehen, persönliche Erlebnisse einbringen und allfällige Fragen beantworten», sagt Museumsführer Toni Bucher. Auch Sascha Lorenz, Mitgründer der Contexagon GmbH, stellt klar, dass der Multimedia-Guide nie eine Konkurrenz zu den Museumsführern sein sollte, sondern vielmehr eine Erweiterung. Weil es das Pilotprojekt des Unternehmens ist, haben sie den Guide gratis zur Verfügung gestellt. Dafür sollen die Besucher aber ein Feedback abgeben. So konnten das Museum und Contexagon in Zusammenarbeit das neue System ausfeilen und den Besucherwünschen anpassen. «Ein Kritikpunkt war die Hintergrundmusik, sie hat einige Besucher gestört», erzählt Bucher. Anfangs wurden versuchsweise nur fünf Ausstellungsobjekte mit den Sendern ausgestattet. Mittlerweile sind bereits zwölf Exponate mit den Sendern bestückt.

Die Rückmeldungen seien durchwegs gut gewesen. «Wir hatten tolle Reaktionen. Es hiess, das Museum sei lebendiger geworden», erzählt Sascha Lorenz. Der Guide sei auch für nicht technikaffine Besucher einfach zu verwenden. Für das Unternehmen sei es von Anfang an Ziel gewesen, den Guide für jeden benutzbar zu machen. «Man kann ihn auch einfach als Audioguide verwenden», sagt Lorenz. Ausserdem ist der Museums-Guide äusserst einfach zu bedienen. «Die älteren Besucher hatten fast weniger Probleme als einige Flinke, die zu viel auf den Tablets rumtippten», erzählt Bucher und schmunzelt.

Contexagon möchte sich nun ausweiten und weiterentwickeln. Das Unternehmen aus Kreuzlingen will «Copernicus» auch im Bereich Stadtführung einsetzbar machen. Jeder soll sich nach Lust und Laune seine eigene Tour zusammenstellen können. Auf einem Satellitenbild könne man sich dann die Orte markieren, die man besuchen will – drinnen und draussen.

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