Ein Einhorn in der Manege

GOSSAU. Märchenwelt im Zirkuszelt: Ab Sonntag wird im Walter-Zoo in Gossau täglich «Fenja, die Einhornwächterin» aufgeführt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, das Team hat viel zu tun. Denn die ganze Inszenierung erfolgt in Eigenregie.

Linda Müntener
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«Einhorn» Lobelia wird von Gabi (links) und Jeannine Federer für die Premiere zurechtgemacht. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Einhorn» Lobelia wird von Gabi (links) und Jeannine Federer für die Premiere zurechtgemacht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Lichter im Zirkuszelt gehen an. Ein weisses Einhorn kommt herein. Es trabt im Kreis und probt kleine Kunststücke. Dann wird es dunkel und das Einhorn wird durch einen schwarzen Vorhang aus der Märchenwelt hinausgeführt. Draussen, in der Realität, ist das Einhorn ein Freiberger-Weibchen namens Lobelia. Und: Es ist der Star der neusten Walter-Zoo-Show «Fenja, die Einhornwächterin», die am kommenden Samstag Premiere feiert.

Phantasievolles Märchen

Seit 20 Jahren produziert der Walter-Zoo jährlich eine Märchen-Show, die während der Sommersaison im Zirkuszelt aufgeführt wird. Die Geschichte «Fenja, die Einhornwächterin» stammt aus der Feder von Gabi Federer, der künstlerischen Leiterin, und ihrer Tochter Jeannine Federer, welche die Hauptrolle spielt. «Die Geschichte handelt von Fenja, die von der Königin beauftragt wird, das letzte Einhorn vor dem bösen Feuer-Lord zu beschützen», erzählt Jeannine Federer. Ein phantasievolles Märchen, das die Frauen vor eine grosse Herausforderung gestellt hat. «Pferde reagieren sehr sensibel auf Spannungen und Musik.» Mit Lobelia hat das Zoo-Team grosses Glück: Sie war bereits 2006 in der Märchen-Show «Pippi Langstrumpf» zu sehen und kennt das Rampenlicht. «Das hat uns die Arbeit mit ihr erleichtert», sagt die Hauptdarstellerin. Es musste also nur noch ein Horn her und aus Lobelia wurde «das letzte Einhorn».

Viel Liebe zum Detail

Das Horn aus Plüsch hat das Team selber hergestellt. «Damit sich niemand verletzt», erklärt Gabi Federer. Doch nicht nur die Kostüme und Requisiten hat das Team selber gestaltet: Vom Drehbuch über die Kulisse bis hin zur Musik wird die ganze Produktion in Eigenregie auf die Beine gestellt. Und das mit viel Liebe zum Detail, was man vor allem am Bühnenbild sehen kann. Diesem wird gerade der letzte Schliff verpasst. «Wir schauen, wie die Elemente im Licht wirken, und bessern sie dann nochmals aus», sagt Gabi Federer. Das Ambiente am Samstag muss stimmen, dafür packen alle mit an. «Unser Team besteht aus 25 Personen.» Dazu gehören nebst Technikern auch externe Artisten, die eigens für die Spielzeit engagiert worden sind.

250 Aufführungen im Jahr

Geprobt wird seit Anfang März täglich. «Wir üben meist bis spät abends», erzählt Jeannine Federer. Eine intensive Zeit, in der die Darsteller zusammenwachsen. «Das braucht es, damit die Arbeit funktioniert.» Das Stück wird jeden Tag aufgeführt. «Pro Saison sind das gut 250 Aufführungen», sagt Gabi Federer. Der Aufwand sei gross, lohne sich aber: «Es ist unglaublich toll zu sehen, wie die Kinder uns gebannt folgen und in die Märchenwelt eintauchen», schwärmt Jeannine Federer. Zudem seien die Aufführungen für viele Besucher nicht mehr aus dem Programm wegzudenken. «Es gibt sogar Familien, die unsere Show mehrmals besuchen», sagt Gabi Federer. Das Erfolgsrezept? In jedem Stück des Walter-Zoos gibt es «Gut und Böse». «Um ganze Familien zu begeistern, braucht es diesen Gegensatz», weiss Gabi Federer. Ob auch «Fenja, die Einhornwächterin» das Publikum begeistern kann, wird sich bald zeigen. Übermorgen feiert das Stück Premiere und ab Sonntag heisst es dann wieder täglich «Manege frei!» im Walter-Zoo.

«Fenja, die Einhornwächterin»; Sonntag von 12 bis 13 Uhr und von 15 bis 16 Uhr, Montag bis Samstag von 15 bis 16 Uhr

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