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Ein Ehepaar für alle Fälle

Das Ehepaar Hagger sorgt seit 50 Jahren für den Hausfrieden in seinem Mehrfamilienhaus. Jung und unerfahren damals, erfahren und immer noch fit heute – die zwei Allrounder haben vieles zu erzählen.
Franca Hess
Das Hauswartpaar mit 52 Jahren Ehe schaufelt und fegt seit 1966 den Hauseingang frei. (Bild: Franca Hess)

Das Hauswartpaar mit 52 Jahren Ehe schaufelt und fegt seit 1966 den Hauseingang frei. (Bild: Franca Hess)

«Wer rastet, der rostet», sagt Hans Hagger lachend. Der 74-Jährige und seine drei Jahre ältere Frau Maria Hagger haben die letzten 50 Jahre wahrlich nicht gerastet. Seit 1966 sorgen sie für den Hausfrieden in ihrem Mehrfamilienhaus in Goldach. Damals war Hans Hagger, als er noch im Postdienst tätig war, von Zürich nach Goldach versetzt worden. Die Wohnungssuche im neuen Wohnort stellte sich als schwierig heraus. In der Not hatten sie schliesslich den Posten als Hauswart angenommen. Dies entgegen allen Zweifeln ihrer Freunde. «Alle haben uns davon abgeraten. Aber wir haben uns gesagt: Wir probieren das!», erzählt Maria Hagger. Und dies mit Erfolg. Seit 50 Jahren sorgen sie für ein geregeltes Zusammenleben der neun Mieter. Zuvor sollen die Hauswarte alle zwei Jahre gewechselt haben. «Das will schon was heissen», sagt Hans Hagger stolz. Die damals 27-Jährige und ihr 24jähriger Ehemann hatten weder eine Ausbildung als Hauswart noch Erfahrung. «Wir haben quasi bei null angefangen», erzählt Maria Hagger. Ihnen sei lediglich der Schlüssel überreicht worden, Instruktionen gab es nicht. Sie waren es dann auch, die erstmals einen Waschküchenplan erstellt haben. «In der Waschküche fangen die Probleme an», sagt Hans Hagger aus Erfahrung.

Diplomatisches Geschick und Fingerspitzengefühl

Zwei Polizeieinsätze, zwei Feuerwehreinsätze, beide Male wegen einer vergessen gegangenen heissen Herdplatte, und auch medizinische Notfälle haben die beiden miterlebt. Bisher seien die Vorfälle aber glimpflich ausgegangen. Seit 1966 hat sich vieles verändert. «Damals war höchstens die Hälfte all dieser Häuser hier», erzählt Hans Hagger. Auch die Gesellschaft habe sich stark verändert. «Wir, die alte Generation, hatten eine ganz andere Erziehung. Da hat man noch gehorcht», sagt Hans Hagger. Die neue Generation hingegen diskutiere gerne, was die Arbeit als Hauswart erschwere. «Der Hauswartdienst hat viel mit Psychologie zu tun», erklärt Hans Hagger. Er schicke bei Konflikten gerne seine Frau vor, die mit viel diplomatischem Geschick und Feingefühl ans Lösen der Probleme herangehe. «Wenn das nicht funktioniert, dann komme ich mit dem Hammer», sagt der inzwischen erfahrene Hauswart. Durch den Militär- und Postdienst sei er geformt worden. Ein Hauswart müsse schauen, dass er nicht untergehe.

Die beiden wollen ihren Dienst weiter verrichten, «solange es die Gesundheit zulässt». «Ich hätte Mühe, müsste ich hier raus. Ich bin hier verwurzelt», sagt Maria Hagger. Noch sind die zwei Hauswärte fit und freuen sich auf weitere erfolgreiche Dienstjahre. Auf dass der Haussegen nie schief hängt.

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