«Ein doppelter Schlag für die Stadt»

Kein Olma-Hotel, weniger Geld für die Lokremise: René Romanin, Präsident der Stiftung Lokremise und von St. Gallen-Bodensee Tourismus, über zwei Rückschläge in einer Woche.

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René Romanin Präsident Stiftung Lokremise und St. Gallen-Bodensee Tourismus (Bild: Quelle)

René Romanin Präsident Stiftung Lokremise und St. Gallen-Bodensee Tourismus (Bild: Quelle)

Herr Romanin, am Montag das Aus fürs Olma-Hotel, am Dienstag der Beschluss des Kantonsrats, den Beitrag an die Lokremise zu halbieren: Wahrscheinlich war diese Woche nicht gerade die schönste Ihrer Karriere.

René Romanin: Das kann man definitiv so sagen. Ich bedauere beide Entscheide zutiefst – ein doppelter Schlag für die Stadt St. Gallen.

Was bedeutet das Scheitern des Olma-Projekts für die Kongressstadt St. Gallen?

Romanin: Es ist ein herber Rückschlag in all unseren Bemühungen, St. Gallen als Kongressstadt stärker zu etablieren. Dass wir schon länger zu wenig Hotelzimmer haben, um grössere Kongresse akquirieren zu können, ist ja kein Geheimnis. Wir brauchen hier dringend 400 zusätzliche Zimmer, aber es passiert seit Jahren nichts. Und nicht nur das gescheiterte Olma-Projekt ist ein Problem, auch dass das Hotel-Ekkehard-Projekt schon lange blockiert ist, macht St. Gallen-Bodensee Tourismus Sorgen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, der Hotelzimmer-Misere entgegenzuwirken?

Romanin: Nachdem das Olma-Hotel nun definitiv vom Tisch ist und sich die Olma auf den Messebetrieb konzentrieren will, sieht es im Moment so aus, als gäbe es nur eine Lösung: Wir müssen uns auf die Suche nach privaten Investoren machen, die bereit sind, in St. Gallen Hotels zu bauen.

Zum zweiten Rückschlag für Sie, der Halbierung des Kantonsbeitrags an die Lokremise: Ist der Betrieb des Kulturzentrums in der jetzigen Form gefährdet?

Romanin: Dass der Kantonsrat den Beitrag um 290 000 Franken gekürzt hat, schmerzt. Aber der Betrieb ist nicht gefährdet. Wir werden alles daran setzen, das bisherige Angebot mit Tanz und Theater, Kino und Kunst in irgendeiner Form aufrechtzuerhalten. Das ist schliesslich das Grundkonzept der Lokremise.

Der Entscheid des Kantonsrats kam ja nicht völlig unerwartet. Wurde innerhalb der Stiftung bereits über mögliche Lösungen gesprochen?

Romanin: Wir haben schon vor der Session eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Folgen der Beitragskürzung befassen soll. Nun bleibt ein gutes halbes Jahr, um eine Lösung zu finden – und wir sind offen, alle erdenklichen Varianten zu prüfen. Die Hoffnung stirbt, wie man ja so schön sagt, zuletzt.

Im Gegensatz zur Lokremise wurde die Klangwelt Toggenburg vom Kantonsrat halbwegs verschont. Frustriert Sie das?

Romanin: Mich frustriert generell, dass die Kultur so stark unter den Hammer kam. Aber man soll nicht verschiedene Kulturbetriebe gegeneinander ausspielen. Ich bin ein grosser Anhänger des Klanghauses. Und deshalb freue ich mich, dass es nicht so sehr leiden muss wie die Lokremise.

Interview: Malolo Kessler