Ein doppelter Neustart

Alexander Burkart als Gemeindeseelsorger, Jeanette Kempf als Katechetin: Beide haben dieser Tage ihre Arbeit in der Pfarrei begonnen. Am Sonntag werden sie in ihr Amt eingesetzt.

Josef Osterwalder
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Die Neuen in der Pfarrei: Jeanette Kempf, Katechetin, und Alexander Burkart, Gemeindeseelsorger. (Bild: Urs Bucher)

Die Neuen in der Pfarrei: Jeanette Kempf, Katechetin, und Alexander Burkart, Gemeindeseelsorger. (Bild: Urs Bucher)

HÄGGENSCHWIL. «Gut zuhören können»; kurz und bündig, sagt Alexander Burkart, was in der Seelsorge besonders wichtig sei. Seit August ist er Pfarreibeauftragter in Häggenschwil. «Wo immer es möglich ist, möchte ich die Pfarreimitglieder auch zu Hause besuchen.» Eine gute Gelegenheit bietet etwa die Sternsingeraktion, bei der Alexander Burkart schon an seiner bisherigen Stelle die Kinder begleitet hat.

Begleiten; das ist auch das Stichwort für die Arbeit, die Jeanette Kempf anvertraut ist. Sie wird als Katechetin die Kinder der dritten Klasse und deren Eltern auf dem Weg zur Erstkommunion begleiten. Eine Aufgabe, die sie auch in der Pfarrei Goldach wahrnimmt. Neben Häggenschwil und Goldach wird sie auch in Muolen tätig sein, wo sie wie bisher die Mittelstufenkinder auf ihrem Glaubensweg begleitet.

Zweitberuf bei beiden

Jeanette Kempf ist in Muolen aufgewachsen, Alexander Burkart in Kreuzlingen. Beide haben bereits in ihrer Jugend das Leben in ihrer Pfarrei sehr positiv erlebt, namentlich auch die Jugendarbeit. Ebenfalls für beide trifft zu, dass die Arbeit in der Kirche nicht ihr Erstberuf ist. Alexander Burkart hat zuerst eine Lehre bei der Post durchlaufen und dort auch seine erste Stelle gefunden. Nach einem ersten berufsbegleitenden Katechetikkurs spürte er, auf dem richtigen Weg zu sein, besuchte weitere Ausbildungsgänge, bis er schliesslich vor 15 Jahren eine erste Katechetenstelle in Heiden annahm.

Jeanette Kempf hat eine kaufmännische Lehre absolviert, zunächst auch auf diesem Beruf gearbeitet. Als Mitglied des Pfarreirates und Kirchenverwaltungsrates wuchs sie immer mehr in kirchliche Aufgaben hinein, war zeitweise auch Präses (spirituelle Begleiterin) der Jugendorganisation Jungwacht-Blauring. Mit der Aufgabe wuchs das Bedürfnis, sich vertiefter einzuarbeiten, den Glaubenskurs und eine Katechetikausbildung zu absolvieren.

Vertrauen wecken

Hinzu kommt allerdings auch das Beispiel vorbildlicher Menschen. Sowohl bei Jeanette Kempf wie auch bei Alexander Burkart war es eine Grossmutter, die durch ihre religiöse Haltung überzeugte. «Sie hatte wohl einen etwas altmodischen Glauben, betete immer wieder den Rosenkranz», sagt er, «aber ich spürte bei ihr, dass sie ganz aus dem Vertrauen lebt.» Vertrauen wecken ist denn auch ein Schlüsselwort für die Seelsorge. «Noch immer begegnen uns Menschen, die vom Bild eines strafenden Gottes bedrückt werden; da ist es wichtig, ihnen ein anderes, vertrauensvolles Gottesbild zu vermitteln.»

Warum haben sie sich für Häggenschwil entschieden? Alexander Burkart hat bereits fünfzehn Jahre lang in Heiden gearbeitet; da ist es Zeit, zu neuen Erfahrungen aufzubrechen. In Heiden bilden die Katholiken eine Minderheit, in Häggenschwil ist es umgekehrt, spielt die Kirche in der Gesellschaft eine tragende Rolle. An beiden Orten aber bietet eine offene ökumenische Haltung die Brücke zu den andern Konfessionen. So wird Burkart den Religionsunterricht auf der Primar- und Oberstufe ökumenisch erteilen. Und bei Jeanette Kempf? Sie wurde nach Häggenschwil gerufen, weil die Stelle der Katechetin frei geworden ist. Und weil die Mesmerin ihre Gotte ist, war sie doppelt motiviert, dem Ruf zu folgen.

Einsetzungsgottesdienst: Sonntag, 19. August, 9.30 Uhr, mit Apéro