Ein Dankeschön weiss verpackt

GOSSAU. Der FC Gossau hat der Stadt Gossau sowie dem Ostschweizer Fussballverband Kreditgesuche eingereicht. Die Entscheide stehen noch aus. Der FCG wartet aber nicht, bis der Rubel allenfalls rollt, sondern bereitet Aktionen und Anlässe vor.

Rita Bolt
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Ruhig ist's auf dem Hauptspielfeld des FC Gossau. Neben dem Spielfeld wird aber gearbeitet. Anlässe und Aktionen werden aus dem Boden gestampft. (Bild: Michel Canonica)

Ruhig ist's auf dem Hauptspielfeld des FC Gossau. Neben dem Spielfeld wird aber gearbeitet. Anlässe und Aktionen werden aus dem Boden gestampft. (Bild: Michel Canonica)

Der FC Gossau hat nach wie vor Schulden in der Höhe von etwa 140 000 Franken und Liquiditätsengpässe. Er hat aber auch nach wie vor Sponsoren, Gönner, Trainer, Freunde, Helfer und Funktionäre, die ihm die Stange halten. Sie alle haben am Samstag ein süsses «Danke» des FCG per Post erhalten. Und zwar in Form einer Schweizer Milchschokolade, weiss verpackt mit dem Logo des FCG und geschmückt mit einem Foto der 1. Mannschaft. «Wir wollten einfach allen Danke sagen, die uns in diesem schwierigen Jahr unterstützt haben», sagt Roland Gnägi, Präsident des FC Gossau. Er betont erneut: «Die Schulden sind das Ergebnis aus dem internationalen Wettskandal und nicht weil der FC Gossau schlecht gewirtschaftet hat.» Den FC treffe keine Schuld, er müsse die Suppe aber trotzdem auslöffeln.

Kreditgesuche eingereicht

Bei der Sanierung zählt der FCG-Vorstand auf die Stadt Gossau und den Ostschweizer Fussballverband. Beiden wurden Kreditgesuche über je 60 000 Franken eingereicht. «Es handelt sich dabei um zinslose Überbrückungskredite», sagt Gnägi. Alles werde auf Heller und Pfennig zurückbezahlt. Gnägi rechnet damit, dass er Mitte Januar weiss, ob die Kredite gewährt werden.

Die FCG-Verantwortlichen warten aber nicht nur ab, sondern nehmen das «Spiel» in die eigenen Hände, um die leere FCG-Kasse zu füllen. Anpfiff ist am Neujahrsapéro vom 2. Januar im Marktstübli. Dort wird das 200er-Spiel gestartet. Wer ein Los kauft, muss jenen Betrag bezahlen, der auf dem Los steht. Verlost unter den Loskäufern werden drei Hauptpreise und weitere kleine Gewinne. «Ziel ist, mit dieser Aktion etwa 10 000 Franken einzunehmen», sagt Gnägi. Im Zeichen der finanziellen Sanierung werden auch die Junioren-Hallenturniere vom 8./9. Januar und 15./16. Januar sowie das neue 4./5.-Liga-Turnier am 22./23. Januar stehen. «Fäschte für Gossau» heisst es am Freitag, 14. Januar, ab 18 Uhr, im Clubbeizli des FC Gossau. Organisiert wird dieses Fest vom FCG-Fanclub «Gossau-Fen». «Dank flüssigen Getränken zu flüssigen Mitteln», heisst es auf dem Flyer. Am 27. März organisiert der FC dann einen Sponsorenlauf, ein Jassturnier ist geplant und im Sommer ein Vorbereitungsturnier mit Mannschaften aus der Super League. «Vieles ist noch in der Pipeline und nicht definitiv fixiert», sagt Gnägi. Der FC wolle mit diesen Aktivitäten zeigen, dass er nicht die hohle Hand mache. Auch werde mit Gläubigern über Nachlasse verhandelt und ehemalige Sponsoren würden um einmalige Solidaritätsbeiträge gebeten. Diese und weitere Sanierungsmassnahmen plant eine Projektgruppe. Dieser gehören die Vorstandsmitglieder Roland Gnägi, Jürg Sturzenegger, Viro de Martin, Patrick Harder und Luciana Bertschinger an. Von der Sponsorenvereinigung Club 2000 sind dabei: Werner Rutishauser, Heinz Lorentini, Werner Waldburger und Fredi Grüebler.

Rückrunde finanzieren

Mit allen Massnahmen sollte es möglich sein, 140 000 Franken zusammenzubringen, sagt Gnägi. Die Geschichte hat aber einen Haken: Die Vorbereitung und Umsetzung der Projekte brauchen Zeit, und Geld fliesse nur nach und nach in die Kasse. «Wir brauchen aber Geld, um die Rückrunde zu finanzieren.» Am Meisterschaftsbetrieb sind insgesamt 29 Mannschaften beteiligt. Sollten die Kreditgesuche abgelehnt werden und sollte in der Kasse tatsächlich Ebbe sein, müssten Mannschaften vom Meisterschaftsbetrieb abgemeldet werden. An dieses Horrorszenario mag Gnägi nicht denken.

Am 3. März findet eine ausserordentliche Versammlung des FC statt. Nicht auszuschliessen sei, dass der Vorstand beantragen werde, dass jedes Mitglied einen Solidaritätsbeitrag leistet. «Einen Betrag von etwa 50 Franken.»

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