Ein dänischer Storch rettet unsere Vögel

Ingenieur Hansruedi Zeller in Thal ging die Aktion «Futterloch im Bodensee-Eis» im Rorschacher Hafen vor 50 Jahren als 13jähriger Schüler besonders nah.

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Ingenieur Hansruedi Zeller in Thal ging die Aktion «Futterloch im Bodensee-Eis» im Rorschacher Hafen vor 50 Jahren als 13jähriger Schüler besonders nah. Er erinnert sich: «Mein Vater, Flugplatzchef in Altenrhein, erhielt Anfang Februar einen Anruf von Albert Krasensky, Besitzer des Rorschacher Kinos Palace. Krasensky erklärte, die Aktion habe ein unglaubliches Echo ausgelöst. Die Leute brächten ihm ins Kino Säcke voller Futter, die er im Foyer staple. Er wisse nicht, wie er das Futter zu den Vögeln auf dem Eis bringen könne. Er bat meinen Vater: <Du bist Pilot, du kannst es von einem Flugzeug abwerfen.> Mein Vater appellierte an FFA-Chef Claudio Caroni, ihm ein Flugzeug zu überlassen. Caroni sagte spontan zu. Die FFA besassen ein dänisches Flugzeug, das man Storch nannte und das wie der legendäre Fiseler Storch auf kurzer Strecke starten und landen konnte. Ich sehe die Säcke im <Palace> noch heute vor mir. Ich half Krasensky, sein Auto zu beladen, mit dem er Futter zum Flugplatz brachte. Türen und Scheiben des Flugzeugs waren ausgebaut und es war, mit Säcken beladen, bald startklar. Ich als Bub wäre gerne mitgeflogen, aber Krasensky wollte selber dabei sein, und wegen all des Futters war kein Platz für mich. Mein Vater flog den <Storch> zum Futterloch im Hafen, das ein Rorschacher Baumeister ins Eis gesägt hatte. Krasensky warf die Säcke aufs Eis, wo sie zerplatzten. Coop, Frisco und Migros brachten später Lastwagen voller Futter, so dass bald mit mehreren Flugzeugen am Ufer entlang Futter abgeworfen wurde. Als es Nebel gab und die kleinen Flugzeuge nicht mehr fliegen konnten, rief Kransensky die Armee an. Zwei Helikopter aus Dübendorf landeten auf dem Kurplatz vor einer Volksmenge.» (el)