Ein CVP-Yogi und eine AiR in Klagenfurt

Für eine politische Karriere muss man manchmal leiden. Gerade die Vertreterinnen und Vertreter der Mitteparteien haben diese Erfahrung national dieser Tage wieder einmal ausgiebig machen dürfen.

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Ostschweizer Generationenprojekte im Hotel Säntispark. Projektvorstellungen Generationendialog St. Gallen durch Stefan Grob und Daniel Morf, Projektteam (Bild: Hanspeter Schiess)

Ostschweizer Generationenprojekte im Hotel Säntispark. Projektvorstellungen Generationendialog St. Gallen durch Stefan Grob und Daniel Morf, Projektteam (Bild: Hanspeter Schiess)

Für eine politische Karriere muss man manchmal leiden. Gerade die Vertreterinnen und Vertreter der Mitteparteien haben diese Erfahrung national dieser Tage wieder einmal ausgiebig machen dürfen. Einer von ihnen, CVP-Stadtparlamentarier Stefan Grob, hat am Donnerstag allerdings tatsächlich körperlich gelitten. Auf dem Weg zur Delegiertenversammlung seiner Partei, an der er zum Kantonsratskandidaten für den Wahlkreis St. Gallen-Gossau nominiert wurde. Grob traf hinkend am Tagungsort im Fachhochschulzentrum ein. Er habe sich beim Sport das Knie verletzt, gab er auf Nachfrage zu Protokoll. Um sich zwei Sätze später als Unternehmer und Yogalehrer zu outen. Unter dem Pseudonym Sukhnam Singh ist er in St. Gallen in einer eigenen Yogaschule tätig. Ob Grob sich das Knie im Lotussitz, in der Haltung des Helden oder beim intensiven Sonnengrüssen verrenkt hat, bleibt allerdings den Spekulationen seiner Wählerschaft überlassen. (rsp)

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Auf die Suche nach ihren Wurzeln macht sich dagegen 2016 eine in der Stadt St. Gallen lebende und in Trogen arbeitende Autorin. Monika Slamanig wird nämlich zur AiR. Was aus dem Kulturslang übersetzt so viel heisst wie «Artist in Residence». Slamanig hat eines der AiR-Stipendien 2015/16 der Ausserrhoder Kulturstiftung gewonnen. Die Autorin absolviert damit einen mehrmonatigen Aufenthalt im österreichischen Bundesland Kärnten, in Klagenfurt. Sie wird dort ein autobiographisches Romanprojekt verfolgen. «Mirka und die vaterlosen Töchter» besteht aus Geschichten von Frauen aus mehreren Generationen, die in Kärnten, Slowenien und der Schweiz spielen. Die Autorin selber hat Vorfahren aus Kärnten und Slowenien. Monika Slamanig ist in Heiden aufgewachsen. Sie hat lange Jahre ein Schreib- und Übersetzungsbüro samt Bahnschalter im Bahnhof Bühler betrieben. Heute arbeitet sie in Trogen, wohnt aber in der Stadt St. Gallen. Im Frühling ist ihr Afrika Roman «Durstland» erschienen. Dieser intensive, von der Kritik positiv aufgenommene Text hat auch autobiographische Züge. (vre)