Ein Bubentraum wird wahr

UNTEREGGEN. Zwei PH-Studenten bauen im Rahmen ihrer Bachelorarbeit ein Baumhaus für die Primarschule Untereggen. Die Idee für das Bauprojekt ist in Ghana gereift. Die Pläne für das Baumhaus wurden in Gabun gefertigt.

Marco Oehler
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Roger Riedener (links) und Sebastian Edelmann auf ihrer Baustelle in Untereggen. (Bild: Marco Oehler)

Roger Riedener (links) und Sebastian Edelmann auf ihrer Baustelle in Untereggen. (Bild: Marco Oehler)

Hangaufwärts. Auf dem Weg zur Schule in Untereggen hört man plötzlich Musik. Diese kommt aus dem Baustellenradio der PHSG-Studenten Roger Riedener und Sebastian Edelmann. Die beiden befinden sich knapp drei Meter über der Wiese und sind dabei, den Boden für ihr Baumhaus zu zimmern. Dieser wird dereinst gut 20 Quadratmeter Fläche aufweisen, wenn er fertig ist.

An der frischen Luft

Das Baumhaus bauen die Studenten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zum Thema Projektmanagement für die Schulgemeinde Untereggen. Feste Formen nahm die Idee dafür aber nicht in der Schweiz, sondern in Ghana an, wo sie ihren Auslandaufenthalt für die PHSG absolvierten. Noch in Afrika besuchten sie ihren Kollegen und ausgebildeten Holzingenieur Nicolas Keller, der aus Arbeitsgründen in Gabun war. Die Freunde planten das Baumhaus dort. Wie sie auf die Idee kamen, verrät Edelmann: «Für uns war von Anfang an klar, dass wir eine Arbeit machen wollen, an der wir an der frischen Luft arbeiten können. Das Endprodukt sollte ausserdem nachhaltig nutzbar sein. So kamen wir auf die Idee, eine Beobachtungsplattform im Wald zu bauen.» Die beiden haben sich auf die Suche nach geeigneten Bauplätzen gemacht und wurden im Frauenwald in Untereggen fündig. Dies auch, weil Riedener ein Unteregger ist. Am 13. Oktober ist der Spatenstich für das Bauprojekt gemacht worden. Jedoch nicht wie geplant im Frauenwald. «Bei einer Besprechung mit dem Team der Schule, das aus Schulräten und Lehrern besteht, kam heraus, dass das Team das Baumhaus gerne näher an der Schule hätte. Dies, damit die Kinder es auch nutzen können, ohne in den Wald gehen zu müssen. So bauen wir heute neben dem Schulsportplatz und nicht im Frauenwald. Die Idee der Beobachtungsplattform ging dadurch leider verloren», sagt Riedener.

Über 100 Stunden investiert

Heute sind die Bauherren mit Bauen beschäftigt. Doch bis es so weit gekommen ist, hat ihr Projekt einiges an Arbeitszeit verschlungen. Über 100 Stunden haben die beiden schon hineingesteckt. Sie versuchen möglichst viel selbst zu bauen, um Kosten zu sparen. Die Arbeiten, die sie nicht selbst ausführen können, werden von Fachkräften erledigt. So hat zum Beispiel die Gärtnerei Varioplant den Aushub für den Baumstamm gemacht. Die beiden hoffen, das Bauprojekt bis in zwei Wochen fertiggestellt zu haben. Dieser Zeitrahmen wird ihnen von der PHSG Rorschach für das Bauen zur Verfügung gestellt. Falls sie es nicht schaffen, müssen sie den Bau in ihrer Freizeit vollenden. Die Änderung des Bauorts hat sich aber noch anders ausgewirkt.

Unter Zeitdruck

«Wir waren schon recht spät dran mit all den Abklärungen für den Bau. Da alles für den Frauenwald geplant war, mussten wir nach der Sitzung mit dem Team umplanen. Und nur durch die grosse Flexibilität und Spontanität des Bauamts sowie der Schulgemeinde war es uns möglich zu bauen», stellt Riedener fest. Ein weiteres Problem ist der finanzielle Aspekt. «Wir haben ein festes Budget von der Schulgemeinde vorgegeben und werden ausserdem von der Raiffeisenbank unterstützt. Falls wir dennoch Mehrkosten haben, müssen wir diese wohl aus eigener Tasche bezahlen», sagt Edelmann. Die Bauherren sind aber davon überzeugt, dass alles gut geht und das Baumhaus in zwei Wochen fertig sein wird.

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