Ein bitterer Punkteverlust

REGION AM SEE. In der neuen Ausgabe des Gastroführers von Gault Millau muss die «Villa am See» in Goldach starke Kritik einstecken und einen Punkteabzug hinnehmen. Andere Restaurants in der Region können ihren Punktestand halten oder gar zulegen.

Valentin Schneeberger
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Die Region am See bietet nach wie vor viele ausgezeichnete Restaurants – ob nun mit oder ohne Gault-Millau-Punkte. (Bild: fotolia)

Die Region am See bietet nach wie vor viele ausgezeichnete Restaurants – ob nun mit oder ohne Gault-Millau-Punkte. (Bild: fotolia)

Die Pasta leicht versalzen, das Fleisch etwas angebrannt, das Gemüse verkocht: Wer bei Freunden zum Essen eingeladen ist, drückt gerne mal ein Auge zu. Denn spätestens nach dem Dessert, bei einem guten Glas Wein, ist der Fauxpas längst vergessen. Anders sieht es aus, wenn sich ein Spitzenkoch für das Essen verantwortlich zeigt. Leistet er sich einen Fehler, kann das folgenschwere Konsequenzen haben. Im schlimmsten Fall gibt es einen Punkteabzug in der Gourmet-Bibel von Gault Millau. Genau das ist nun der «Villa am See» in Goldach passiert. Der Gastroführer bewertet das Restaurant von Peter Runge in seiner neusten Ausgabe nur noch mit 15 Punkten – einem Punkt weniger als im Vorjahr.

«Nicht mehr zu retten»

«Delikat, wohldosiert, exzellent, köstlich» – mit diesen Worten lobte ein Kritiker die «Villa»-Küche im vergangenen Jahr. In der jüngsten Ausgabe des Gastroführers, die vor ein paar Tagen erschienen ist, überwiegt nun aber das Negative. Die servierten Spargeln seien verkocht gewesen und die Riesenscampi angebrannt, heisst es in der Kritik. Weiter ist von einem «uninspirierten Salatbouquet» an «fadem Dressing» die Rede. Der anonyme Kritiker lässt seinem Unmut freien Lauf: «Die Dessert-Variation hob unsere Stimmung leicht, konnte den Abend aber auch nicht mehr retten.» Nichts zu meckern gab es lediglich beim gebratenen Zander aus dem Bodensee auf sautierten Eierschwämmchen.

Angesichts der harschen Worte erscheint der Abzug von nur einem Punkt nicht so recht nachvollziehbar. Spitzenkoch Peter Runge war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die «Villa am See» hat noch bis am 15. Oktober Betriebsferien.

Hotelrestaurants legen zu

Besser als der «Villa am See» erging es dem Restaurant Bö's im Hotel Heiden und dem «Captain's Grill» im Hotel Bad Horn. Beide Betriebe können sich dieses Jahr über je einen zusätzlichen Punkt von Gault Millau freuen. Die Küche von Reto Inauen in Heiden kommt damit auf insgesamt 14 Punkte, der «Captain's Grill», wo Christian Göpel am Herd steht, kann neu 13 Punkte vorweisen. Zu Christian Göpel schreibt der Kritiker: «Der Chef steuert seine Küche nun auf sicherem Kurs durch die Wellen und das Auf und Ab früherer Tage ist vorbei.»

Der Horner Küchenchef freut sich über diese Worte: «Natürlich ist das eine schöne Bestätigung für die geleistete Arbeit. Das Lob gebührt aber nicht nur mir, sondern dem ganzen Team», sagt er. Die Bewertung durch einen Gourmet sei mit viel Anspannung verbunden. «Es ist eine Momentaufnahme. Wir sind alle nur Menschen, und Fehler können immer passieren.»

Weiterhin spitzenmässig

Ansonsten hat sich in der Gastrowelt der Seeregion nicht viel getan. Der «Bären» in Grub AR (15), der «Löwen» in Tübach (14), die «Krone» in Wolfhalden (12) sowie der «Stadthof» (14) und das «Englers am See» (13) in Rorschach – sie alle bleiben punktemässig auf Vorjahresniveau. Damit bleibt Peter Runge zumindest ein kleiner Trost: Auch mit 15 Punkten bleibt die «Villa am See» weiterhin spitzenmässig.

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