«Ein Bijou mit kulturellem Wert»

An der Vorversammlung haben die Häggenschwiler über das Projekt Lömmenschwil, die Knotensanierung Rohrenmoos und den Kauf des Restaurants Ochsen diskutiert. Beim letzten Punkt geriet der Gemeindepräsident ins Schwärmen.

Nina Rudnicki
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Der «Ochsen» soll ein Treffpunkt sein für alle Häggenschwiler. (Bild: Ralph Ribi)

Der «Ochsen» soll ein Treffpunkt sein für alle Häggenschwiler. (Bild: Ralph Ribi)

HÄGGENSCHWIL. Gegen 60 Personen haben sich in Häggenschwil zwei Wochen vor der Bürgerversammlung zur Vorversammlung getroffen. Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring nutzte in der Aula der Primarschule die Gelegenheit, ein letztes Mal über die verschiedenen Projekte zu informieren. Nächste Woche werden die Bürger dann über die Knotensanierung Rohrenmoos, das Projekt Lömmenschwil und den Kauf des Restaurants Ochsen abstimmen.

Gut im Voraus informiert

«Über vieles haben wir bereits im Oktober diskutiert», eröffnete Eisenring die Fragerunde gleich zu Beginn der Versammlung. Tatsächlich gab es auch zu den ersten beiden Projekten – zur Knotensanierung Rohrenmoos und zum Projekt Lömmenschwil – nur vereinzelte Wortmeldungen. Für das Projekt Lömmenschwil wird mit Kosten von 988 000 Franken gerechnet. Zum einen soll der Lömmenschwilerbach saniert werden. Zum anderen eine neue Strassenverbindung zwischen der alten Konstanzerstrasse und der Romanshornerstrasse entstehen und Bauland erschlossen werden.

Im Zuge der Knotensanierung Rohrenmoos wird es für 360 000 Franken unter anderem beim Restaurant Traube einen neuen Einlenker in die Bischofszellerstrasse geben. Mit einer Mittelinsel sei auch die Verkehrssicherheit für die Fussgänger garantiert, sagte Eisenring. Denn es interessierte die Häggenschwiler vor allem, wie die Chancen stehen, dort einen neuen Fussgängerstreifen zu erhalten. «Den werden wir nie bekommen», sagte Eisenring. «Die für eine Bewilligung geforderte Anzahl Überquerungen pro Stunde schaffen wir nicht.» Die Sanierung wird laut Eisenring nicht mehr in diesem Jahr umgesetzt. «Ich denke, das wird nächsten Frühling über die Bühne gehen.»

Grosser Mehrwert für Gemeinde

Emotionaler wurde es beim Thema «Ochsen». Eisenring geriet ins Schwärmen, als er vom Kauf des Restaurants sprach. «Der <Ochsen> ist ein Bijou», sagte er. «Er ist ein traditioneller Gastbetrieb und das letzte gutbürgerliche Restaurant unserer Gemeinde.» Es gebe Platz für 70 Leute und viele Parkplätze. Der Kaufpreis von 750 000 Franken sei gut. «Und wenn wir an das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde denken, hat es einen unbezahlbaren kulturellen Wert.» Das Restaurant solle vom jeweiligen Pächter im Sinne der Gemeinde geführt werden und auch ein Treffpunkt für Familien sein, sagte Eisenring. Worauf ein Anwohner des «Ochsen» sagte: «Ich stelle mir ein gutbürgerliches Restaurant anders vor. Der <Ochsen> verkommt mehr und mehr zu einem Vereinslokal. Wenn es Autos auf dem Parkplatz hat, dann meist nur abends.» Wenn die Gemeinde schon ein Restaurant kaufe, müsse sie garantieren, dass die Öffnungszeiten auf die Bedürfnisse alle Bürger ausgerichtet seien.

Gefordert wegen Wildparkierern

In der allgemeinen Umfrage kamen weitere Anliegen der Anwesenden zur Sprache. Es sei notwendig, dass das ÖV-Netz in Häggenschwil ausgebaut und morgens eine zusätzliche Busverbindung zum Bahnhof eingeführt werde, so eine Forderung.

Ein Landwirt wollte von Eisenring wissen, was die Gemeinde gegen die Wildparkierer vor der Ruine Ramschwag zu tun gedenke. «Die Gemeinde macht Werbung für die Burg, es kommen immer mehr Touristen, aber es gibt keine Parkplätze», sagte er. Die am Strassenrand parkierten Autos würden die Zufahrt zu seinem Grundstück versperren. «Lösungen haben wir noch keine», sagte Eisenring und fügte an: «Aber wir sammeln Ideen.» Worauf er vorschlug, nach der Vorversammlung noch in den «Ochsen» zu gehen.