Ein Besuch, der viel bewirkt

Seit vielen Jahren besuchen Mitglieder der Frauengemeinschaft Grub SG in der Adventszeit alleinstehende und kranke Menschen. Auch Anny Bischof war in diesen Tagen unterwegs.

Ives Bruggmann
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Bruno und Henriette Schmid erzählen Anny Bischof (Mitte) Anekdoten aus ihrem Leben. (Bild: Benjamin Manser)

Bruno und Henriette Schmid erzählen Anny Bischof (Mitte) Anekdoten aus ihrem Leben. (Bild: Benjamin Manser)

GRUB SG. Anny Bischof klingelt an einem alten Bauernhaus in der Fürschwendi in Grub SG. Sie hat an diesem Nachmittag zwei Besuche auf dem Programm. Wie jedes Jahr seit knapp 15 Jahren besucht sie während der Adventszeit alleinstehende und kranke Menschen in Grub. In diesem Jahr sind es bei ihr insgesamt drei, die ganze Frauengemeinschaft Grub besucht zusammen knapp 20 Leute.

Kalender als Geschenk

Dann öffnen Henriette und Bruno Schmid auch schon die Tür. Sie erwarten Anny Bischof bereits. Es ist nicht das erstemal, dass sie hier einen Besuch abstattet. «Es ist jedes Mal eine grosse Freude, wenn sie uns besuchen kommt», sagt Bruno Schmid. Auch seine Frau freut sich. «Als ich noch jünger war, haben wir noch zusammen geturnt.» Gleich zu Beginn übergibt Anny Bischof dass Geschenk, das alle erhalten. In diesem Jahr ist es ein Kalender, gesponsert von der Pfarrei.

Kaum haben alle in der Stube des Bauernhauses Platz genommen, wird bereits diskutiert und erzählt. Schnell wird klar, dass sich die drei kennen. Bruno Schmid zeigt Anny Bischof ein Fotobuch seiner Bilder. «Das Malen war schon immer meine Leidenschaft», sagt er. Schon mit Mitte zwanzig habe er begonnen zu malen, fügt seine Frau hinzu. Insgesamt hat er über 100 Bilder gemalt. Auch wenn er teilweise nicht länger als eine Stunde pro Tag malen konnte. Schon seit Jahrzehnten leidet Bruno Schmid nämlich an einer Instabilität der Wirbelsäule. Eine schmerzhafte Beeinträchtigung, die ihm teilweise gar das Laufen verunmöglichte. Doch Bruno Schmid möchte lieber von seinen Malerreisen ins Piemont erzählen als von seinem Rückenleiden. «Einmal», erzählt der 79-Jährige, «ist uns im Piemont beim Malen das Wasser ausgegangen, dann haben wir halt einfach Grappa genommen.»

Sie reiste gerne – alleine

Mit Henriette Schmid diskutiert Anny Bischof gerne über Bücher. «Sie ist sehr belesen. Mich interessiert, was sie jeweils gerade für ein Buch liest», sagt Bischof. Gerne erzählt Henriette Schmid auch von ihren jährlichen Reisen, die sie früher jeweils unternommen hatte. «Einmal im Jahr brauchte ich ein bisschen Zeit für mich», sagt die 82-Jährige, die durch die Rückenbeschwerden ihres Mannes stets eingeschränkt war.

Schnell geht die Zeit vorüber und Anny Bischof muss bereits wieder gehen. Sie hat noch einen Besuch für diesen Nachmittag vereinbart. «Jedes Jahr erfahre ich wieder Neues von den Leuten», sagt sie. Das sei sehr spannend. «Doch das Schönste ist für mich immer zu sehen, wie die Leute aufblühen.» Oder wenn ihr die Leute sagen: «Schön, dass du wieder einmal vorbeikommst.» Als sich Anny Bischof verabschiedet, freut sich das Ehepaar Schmid bereits wieder auf den Besuch im nächsten Jahr.

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