Ein Austritt und einer, der sich vorbereitet

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Die CVP verliert nicht nur Mandate, sondern auch Mitglieder – und zwar prominente. Jüngstes Beispiel: Roger Tinner. Der 56-jährige Inhaber einer PR- und Beratungsagentur in der Stadt St. Gallen war fast vier Jahrzehnte lang Mitglied der CVP. Er war Redaktor bei der Zeitung «Die Ostschweiz», Tinner gehörte in den 1990er-Jahren der Parteileitung der CVP des Kantons St. Gallen an und kandidierte auf der CVP-Liste für den Nationalrat. Das ist Vergangenheit. Seit der St. Galler Kantonsrat vor wenigen Tagen mit tatkräftiger Unter­stützung der grossen Mehrheit der CVP-Fraktion einem Ver­hüllungsverbot im öffentlichen Raum zustimmte, ist Roger Tinner nicht mehr Mitglied der CVP. Er ist ausgetreten. Seine Geduld sei aufgebraucht, schreibt er auf Facebook in einem Post an die CVP: «(...)Du hast Dich von der strahlenden, menschlich handelnden jungen Frau definitiv zur keifenden und frustrierten Greisin entwickelt». (dwi)

Im Stadtparlament ist die Modepalette der männlichen Ratsmitglieder breit. Anzug und Kra­watte sind inzwischen in der Minderheit. Kurzärmlige Hemden, Pullover und T-Shirts längst salonfähig. Als Parlamentarier muss man sich also Mühe geben, um modisch aufzufallen. GLP-Stadtparlamentarier Zsolt Ferenc Takàcs (Bild) hat’s an der Sitzung von vergangenem Dienstag aber doch fertiggebracht: Er nahm im Edelweisshemd an der Parlamentssitzung teil. Das kann eigentlich nur eines heissen: Takàcs bereitet sich intensiv auf die bevorstehende Olma vor – und führte die Anprobe gleich im Ratssaal durch. Dass ausgerechnet der Grünliberale, der Anfang 2016 aus der SVP ausgetreten war, mit dem traditionellen Obergewand im Waaghaus erschien, überrascht. Eigentlich hätte man das eher Jürg Brunner zugetraut. So hätte er nämlich seinen Triumph bei der Wahl zum Olma-Botschafter auch modisch gebührend feiern können. (ghi)