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Ein altes Gebäude voller Rätsel

Die Papiermühle in Winkeln war ein reiner Zweckbau. Das ganze Gebäude war auf die Papierherstellung ausgerichtet. Die Denkmalpflege rätselt über bauliche Besonderheiten im alten Gewerbehaus.
Blick in den kunstvoll aufgebauten Dachstock der alten Papiermühle. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Blick in den kunstvoll aufgebauten Dachstock der alten Papiermühle. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Die Papiermühle des Klosters St. Gallen an der Kräzernstrasse in Winkeln steckt voller Rätsel und baulicher Besonderheiten. Die Geschichte des markanten Gebäudes ist auch wechselhaft genug. Ursprünglich von der Fürstabtei St. Gallen 1604 zur Papierherstellung erbaut, diente es ab 1854 als Maschinenwerkstatt. Zuletzt befanden sich in der alten Mühle Notwohnungen.

Kritzeleien an der Wand

Ein erstes Rätsel in Form einer Zeichnung findet sich im ersten Obergeschoss der ursprünglichen «Papiermühle Oberkräzern». Dort wohnte der jeweilige Betreiber mit seiner Familie. Auch das Gesinde war in diesem Wohngeschoss untergebracht. «Scheinbar beschäftigte sich einer der Müller mit dem Malen», vermutet Niklaus Ledergerber, Leiter der städtischen Denkmalpflege, auf dem Rundgang und zeigt auf eine Bohlenwand. Schwach sind dort die Zeichnungen eines Kirchturms und einigen anderen Türmen zu erkennen. «Wir konnten diese Zeichnungen nirgends zuordnen. Aber aufgrund der verwendeten Farbe ist klar, dass die Zeichnungen sehr alt sein müssen.»

Solche Zeichnungen an Bohlenwänden, also aus Brettern, die in die begrenzenden Balken eingeführt wurden, sind laut Ledergerber nichts Ungewöhnliches. In vielen St. Galler Stuben finde man solche Darstellungen. Ungewöhnlich ist wohl eher, dass es in der Papiermühle überhaupt eine solche Darstellung hat: «Für den Müller war diese Unterkunft an seinem Arbeitsplatz eher eine Mietwohnung.»

Bemerkenswert ist auch das zweite Obergeschoss, «das erste Stockwerk, wo die frisch geschöpften Papierbögen getrocknet wurden». Bereits dessen Existenz ist ungewöhnlich. Denn laut Ledergerber befand sich normalerweise über dem Wohngeschoss direkt der Dachstuhl. «Wahrscheinlich ging man beim Bau davon aus, dass die Mühle später viel Papier produzieren würde.» Doch dies war dann wohl doch nicht der Fall. Dokumente aus dem Stiftsarchiv zeigen, dass der Abt seiner Papiermühle immer wieder mit finanziellen Zuschüssen aushelfen musste. Offenbar war die Papiermühle zu klein, um rentabel zu arbeiten.

Seltsamer Gewölbekeller

Im 18. Jahrhundert wurde die Mühle durch ein zusätzliches Gebäude Richtung Bildweier erweitert. Im Anbau findet sich ein länglicher, begehbarer Raum, der der Denkmalpflege Rätsel aufgibt. «Der Verwendungszweck ist unklar. Möglicherweise wurde dieser Gewölbekeller als Räucherkammer verwendet», sagt Ledergerber. Ein Indiz dafür seien die völlig verrussten Wände und die Öffnungen, wo wohl die Öfen standen. Gegen die These von der Räucherkammer sprechen aber zwei Dinge: Normalerweise seien solche Kammern nicht begehbar gewesen und hätten sich auch nicht im Erdgeschoss befunden. (mha)

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