Ein Abschied nach elf Jahren

Pfarrer Hans Martin Enz kündigte sein Arbeitsverhältnis nach elfjähriger Tätigkeit im Kirchkreis Steinach. Seine Vorstellung von Kirche und die Realität gingen zu weit auseinander, begründet er seinen Rücktritt.

Fritz Heinze
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Pfarrer Hans Martin Enz. (Bild: Fritz Heinze)

Pfarrer Hans Martin Enz. (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH/MÖRSCHWIL. Seit elf Jahren ist Pfarrer Hans Martin Enz im Kirchkreis Steinach der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Goldach, zu der auch die Gemeinde Mörschwil gehört, tätig. Auf Ende Juli hin hat Enz seine Stelle gekündigt. Für den Geistlichen war dieser Schritt kein leichter Entscheid. Vor allem auch, weil er in seinem derzeitigen Arbeitsverhältnis in Steinach «auf seine Person zugeschnittene Tätigkeiten nachgehen» könne. Mit 70 Prozent ist Enz in der evangelischen Kirchgemeinde angestellt und arbeitet zusätzlich einen Tag pro Woche als Postautochauffeur. Diese Mischung sei für ihn stets eine Bereicherung gewesen, sagt Enz.

Leute haben nur wenig Interesse

Doch Pfarrer Hans Martin Enz stellte sich in den vergangenen Jahren vermehrt die Frage, wie seine künftige Arbeit als Seelsorger in Steinach weitergehen soll. Unglücklich über die Situation in der Gesellschaft und damit zusammenhängend deren Verhältnis zur Kirche, hat er sich entschlossen, unter sein Wirken in Steinach einen Strich zu ziehen. «Ich entschied mich für die Kündigung, weil meine Vorstellung von Kirche und die Realität zu weit auseinandergehen», sagt er. Das Interesse der Leute an der Kirche sei ihm zu gering.

Auch viele positive Aspekte

Gleichzeitig unterstreicht Hans Martin Enz die positiven Aspekte seiner Tätigkeit im vergangenen Jahrzehnt. Dies betrifft insbesondere die Kirchenvorsteherschaft und die Kirchkreiskommission, die ihm und seinen Mitarbeitern stets die Möglichkeit offen liessen, ihre Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten jedes einzelnen zu bewältigen. Nach Abschluss seiner Tätigkeit im Kirchkreis Steinach – seinen letzten Gottesdienst wird er voraussichtlich Anfang Juli halten – nimmt er sich Zeit für eine Neuorientierung. Enz wird mit seiner Familie weiter in Steinach wohnen und vermehrt als Postautochauffeur tätig sein. Und, sofern gewünscht, gelegentlich auch Gottesdienste leiten.

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