Eigene Identität schaffen

16 Behördenvertreter kommen am Samstag nach Wilen bei Wil. Sie alle nehmen am Seminar zur «werteorientierten Gemeinde» teil. Mit dabei ist auch der Häggenschwiler Gemeindepräsident.

Daniela Walter
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Kurt Enderli, Gemeindeammann Wilen bei Wil. (Bild: (Urs Bucher))

Kurt Enderli, Gemeindeammann Wilen bei Wil. (Bild: (Urs Bucher))

HÄGGENSCHWIL/WILEN. Toleranz, Freundlichkeit, Rücksichtnahme, Solidarität. All diese Werte will Häggenschwils Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring in seiner Gemeinde stärken. Und so zu einer «werteorientierten Gemeinde» werden, wie es bisher offiziell nur die Gemeinde Wilen bei Wil ist (Tagblatt vom 8. Januar). Aus diesem Grund nimmt Eisenring übermorgen Samstag an einem Seminar teil, zusammen mit 15 weiteren Gemeindepräsidenten und Behördevertretern aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Zürich oder Bern.

Werte bewusst leben

Seit dem Jahr 2007 ist der Gemeinderat Wilen bestrebt, die Menschen zum Mitwirken in der Gemeinde zu animieren. Allen voran Gemeindeammann Kurt Enderli. Aber was ist eine «werteorientierte Gemeinde»? «Werte, die für viele selbstverständlich sind, sollen bewusst gelebt werden», sagt Enderli. Die Leute sollen erkennen, dass sie ihren Lebensraum selber gestalten können, wenn sie sich dafür einsetzen. In Zeiten, in denen überall fusioniert, professionalisiert und zentralisiert würde, verlören die Menschen zusehends ihre Wurzeln. «Die Wilener zum Beispiel wollen keine Wiler sein, deshalb brauchen sie ihre eigene Identität», sagt Enderli. Und die werde durch das Mitwirken der Bevölkerung in der Gemeinde gestärkt.

Teilnehmer füllen Barometer aus

Aus diesem Grund hat Enderli für Samstag ein Seminar organisiert. Thema: «Werteorientierter Gemeindebarometer». Bei besagtem Barometer handelt es sich um ein in der Schweiz neuartiges und noch einzigartiges Instrument, mit dem festgestellt werden kann, wie aktiv die Dorfbevölkerung eingebunden ist. Der Barometer ist in sieben Bereiche unterteilt: Werteorientierung, Mitbeteiligung, Analyse, Vision und Vernetzung sowie Kreisläufe schliessen und Nähe fördern. Jedem Bereich sind konkrete Fragen zugeordnet, welche die Teilnehmenden auf ihre Gemeinde bezogen beantworten. «Ziel ist es, dass sie danach über eine Einschätzung verfügen und die Schritte auf dem weiteren Weg zu einer <werteorientierten Gemeinde> aufgezeigt bekommen.»

Kurt Enderli, der am Seminar als Gastgeber und Referent auftritt, ist vom Projekt überzeugt. Die Gemeinde Wilen habe sich positiv verändert, seit sie «werteorientiert» sei. «Anders als andere Gemeinden haben wir keine Mühe, Behördenmitglieder zu finden.» Und auch die Beteiligung der Bürger an den Gemeindeversammlungen sei überdurchschnittlich hoch. «Allerdings», so Enderli, «sind das nur Indizien. Wie sich die Gemeinde sonst entwickelt hätte, weiss man nicht.»

Tips und Tricks

Hans-Peter Eisenring erhofft sich vom Seminar in erster Linie gute Gespräche sowie Tips und Tricks von Kurt Enderli. «Wir können Kontakte knüpfen mit einer Gemeinde, die viel Erfahrung hat. Aber auch mit Gemeinden, die ebenfalls auf dem Weg zur Werteorientierung sind.»

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