EIEIEI: Für einmal ohne Bibeli

Die traditionelle Eier-Ausstellung zu Ostern ist ein Besuchermagnet des Naturmuseums. Für das neue Museum wurde sie neu konzipiert. Wegen der Vogelgrippe wird aber vorerst auf lebende Bibeli verzichtet.

Elisabeth Reisp
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Die Hühner sind vorerst nur als Präparate zu sehen. (Bild: Urs Bucher)

Die Hühner sind vorerst nur als Präparate zu sehen. (Bild: Urs Bucher)

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp@tagblatt.ch

Die Hühner und Hasen sind jeweils die Stars der jährlichen Osterausstellung «Allerlei rund ums Ei». Doch in diesem Jahr werden zumindest vorerst keine «Bibeli» im Naturmuseum schlüpfen. Wegen der Vogelgrippe darf das Museum keine lebenden Tiere zeigen. Die Massnahme gilt noch bis Ende März. Wird sie nicht verlängert, zeigt das Naturmuseum noch für die restliche Zeit der Ausstellung Hühner und Bibeli. Auch wenn die Hühner vorerst nicht Teil der Ausstellung sind, gibt es zumindest ein Gehege mit Hasen. Und: eine komplett neu inszenierte Ausstellung «Allerlei rund ums Ei». Museumsdirektor Toni Bürgin stellte sie gestern an einer Medienorientierung vor.

Die ganze Vielfalt der Eier

Dem neuen Konzept des Naturmuseums entsprechend wird nun auch die Eier-Ausstellung offen und zugänglich präsentiert. Nur was unersetzlich ist, wird hinter einem schützenden Glas gezeigt. Alle anderen Exponate können aus der Nähe betrachtet, aber nicht angefasst werden. Einzig der prachtvolle Güggel gleich zu Beginn der Ausstellung darf gestreichelt und ertastet werden. Die grosse Eiersammlung, welche das Museum stolz sein Eigen nennt, ist zwar unter einem Glaskasten, aber dafür direkt auf dem Boden ausgestellt. Sitzkissen laden Kinder zum bequemen Bestaunen der Eier-Vielfalt ein.

Die Ausstellung beschäftigt sich intensiv mit allen Facetten des Eies. Einerseits zeigt sich die Vielfalt der eierlegenden Tiere. Nicht nur Vögel, sondern auch Fische, Insekten, Amphibien und Reptilien werden anschaulich präsentiert. Andererseits erklärt die Ausstellung auch die verschiedenen Taktiken der Tiere: So sind Vogeleier oft farblich an ihre Umgebung angepasst, damit sie von Feinden nicht entdeckt werden. Eine andere Möglichkeit, ein paar Eier durchzubringen, ist das Legen einer schier unendlichen Anzahl. Damit steigt die Chance, dass zumindest ein paar Tierchen schlüpfen. Fast exzessiv betreibt der grosse Mondfisch diese Taktik. Bis zu 300 Millionen Eier legt er pro Laichgang. Wissenswertes und Interessantes zu den Exponaten ist jeweils auf Wissenstafeln erklärt oder aber auch teilweise als Frage auf weissen Bändeln bei den Ausstellungstischen gestellt; wer am Bändel zieht, erfährt die Antwort.

Doppelt so viel Platz wie früher

Für Toni Bürgin und sein Team ist die Ausstellung im neuen Museum eine besondere Freude. Bürgin: «Wir haben jetzt doppelt so viel Platz für die Eier wie früher im Kunklerbau.» Auch gibt es neue Präparate zu sehen, wie etwa den grossen Mondfisch. Das Verbot des Bundes, lebende Hühner zu zeigen, sei ein Dämpfer, sagt Bürgin. Es laufe allerdings Ende des Monats aus. Wird es nicht verlängert, zeigt das Museums doch noch Zwerghühner und Wachteln sowie deren frisch geschlüpfte Küken.

Schoggihasen-Giessen fast ausgebucht

Abgerundet wird die beliebte Ausstellung durch ein vielfältiges Rahmenprogramm. In der Eiermal-Werkstatt am 5. April sind Familien eingeladen, Ostereier bunt zu färben. Am 26. März zeigen Confiseure, wie mit alten Giessformen Schoggihasen entstehen. Der bei Familien sehr beliebte Workshop, an dem selber Schoggihasen gegossen werden, findet am 8. und am 9. April statt. Es seien schon viele Reservationen eingegangen, sagt Bürgin. Ein paar wenige freie Plätze habe es noch. Eher für die Erwachsenen von Interesse dürfte der Vortrag am 12. April von Kurt Grossenbacher über die Fortpflanzung von Amphibien sein.

Für Schulklassen bietet das Naturmuseum Führungen und Experimentiernachmittage an. Schüler entdecken dabei die physikalischen Eigenschaften eines Eies. Zum Beispiel, wie stark ein Ei ist und weshalb ein Erwachsener über Eier laufen kann, ohne dass diese zerbrechen.

Allerlei rund ums Ei

4. März bis 17. April

Vernissage: Heute Freitag, 19.00

Rahmenprogramm unter:

www.naturmuseumsg.ch