EHRUNG: Preisträger, die Rorschach zum Strahlen bringen

Der Carl-Stürm-Preis 2017 geht an vier Preisträger, die zur positiven Ausstrahlung der Region beitragen; an Otmar Elsener, Res Lerch, south-beach.ch und «Lichtjahr».

Rudolf Hirtl
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Die Preisträger von rechts: Rudi Stammbach vom Verein Lichtjahr, Buchautor Otmar Elsener, Stadtblogger Res Lerch sowie Andreas Inauen, Fabrizio Salanitri und Marcel Kunz von der Onlineplattform www.south-beach.ch (Bilder: Christof Sonderegger)

Die Preisträger von rechts: Rudi Stammbach vom Verein Lichtjahr, Buchautor Otmar Elsener, Stadtblogger Res Lerch sowie Andreas Inauen, Fabrizio Salanitri und Marcel Kunz von der Onlineplattform www.south-beach.ch (Bilder: Christof Sonderegger)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

«Das Schlüsselwort heute ist Kommunikation», sagt Stiftungsratspräsident Peter Thoma zu Beginn der Preisverleihung. Wenn Trump twittere oder Angela Merkel mit dem Satz «Wir schaffen das» die Flüchtlingspolitik in Europa verändere, spätestens dann wisse man, dass Kommunikation nicht so einfach sei. «Im Idealfall habe sie einen Nutzen für die Allgemeinheit, so wie bei den diesjährigen Preisträgern.»

Diese haben laut Thoma noch mehr gemeinsam, sie tragen viel zur positiven Ausstrahlung der Region Rorschach bei. Res Lerch mit dem «Rorschacher Echo» und der Verein Shortbeat mit south-beach.ch tun dies online und nutzen die Social-Media-Kanäle. Gegenpole dazu sind die anderen Preisträger. «Lichtjahr» des Kunstvereins Rorschach setzt während eines ganzen Jahres Highlights in Rorschach. Die Publikationen von Otmar Elsener sind erfrischend und doch traditionell, indem sie Geschichte und Geschichten der Region bei der Bevölkerung in Erinnerung behalten. Der Carl-Stürm-Stiftungsrat fasst die Leistung der Preisträger denn folgendermassen zusammen: «Sie haben Ausstrahlungen auf allen Wellen und Kanälen.»

Schlossidylle und brütende Schwäne

Seit seiner Pensionierung 1999 schreibt der 1934 geborene Otmar Elsener lokalhistorische Beiträge für das «St. Galler Tagblatt», vorwiegend für die Regionalausgabe von Rorschach. Weil eine Zeitung von gestern aber nur noch Altpapier ist, haben ihn seine drei Söhne und seine Frau ermuntert, seine Artikel in einem Buch zusammenzufassen und ihm ihre Unterstützung zugesagt. Im Jahr 2011 kam sein erstes Buch heraus: «Rorschach – Geschichten einer Hafenstadt». Darin zeigt er auf, dass die Stadt mehr ist als ein Bodensee-Hafen mit Kornhaus-Idylle und die Endstation in Mani Matters Eisenbahn-Lied. Sein zweites Buch: «Wartegg – Schloss und Menschen» kam 2015 auf den Markt. Wenig erstaunlich, dass bei so viel Schaffensdrang das dritte Buch bereits in Vorbereitung ist. «Rorschach – Geschichten aus der Region» wird über die Stadt hinausblicken.

Egal ob bei brütender Hitze oder bei Kälte und Schnee, Res Lerch sieht man Tag und Nacht in den Strassen Rorschachs. Die Fotokamera immer griffbereit, um kein Sujet zu verpassen. Es vergehen dann jeweils auch nur wenige Minuten, ehe das Eingefangene auf dem Blog www.ror schacherecho.ch zu sehen ist. Ziel seines Blogs ist es, das facettenreiche Leben der Stadt zu begleiten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deshalb versucht er auch, über (fast) alle Veranstaltungen und Ereignisse zu berichten. Und dabei geht er für sein Leser auch nahe ran. Gelegentlich zu nah. Etwa bei der Fasnacht 2016, als ihn Konfetti aus einer Kanone mitten ins Gesicht trafen. Er hatte Glück im Unglück und ist mit einem blauen Auge davongekommen. Belohnt wird er für seine leidenschaftliche Berichterstattung mit bis zu 1500 Clicks täglich. Doppelt so viele gab es, als der 63-Jährige den am Seeufer brütenden Schwan auf seinem Blog begleitete. «Die Leute wollten sehen, ob es ein Happy End gibt», so Res Lerch.

Beach Boys und ein Jahr mit Licht und Schatten

Seit Mai 2016 gibt es south-beach.ch. Gemeint ist die südlichste Bucht des Bodensees: von Altenrhein bis Arbon. Sie bietet entlang der sieben Meilen über 100 Ausgeh-Attraktionen. Die Plattform ist aussergewöhnlich gut gestartet, mit durchschnittlich 11000 Usern pro Tag auf Facebook. Initiiert wurde sie von Marcel Kurz und Beat Ulrich vom Verein shortbeat in Goldach, in Zusammenarbeit mit Fabrizio Salanitri und Andreas Inauen von der Rorschacher Firma Horisen AG. «Die Motivation für uns ist die Schönheit unserer Region», sagt der 48-jährige Beat Ulrich.

Zu seinem 100. Geburtstag schenkt der Kunstverein Rorschach der Öffentlichkeit optisch-sinnliche Erlebnisse. Das Jubiläum des Kunstvereins Rorschach steht denn auch unter dem Motto «Lichtjahr». Zur Durchführung wurde eigens ein Verein gegründet: «Lichtkunstprojekt Kunstverein Rorschach» unter dem Präsidium von Ruedi Stambach. Es ist denn auch dieser Verein, der gestern für seine Kreativität mit dem Preis der Carl-Stürm-Stiftung ausgezeichnet wird. Gestern erhielten die Preisträger je 7500 Franken, die ausbezahlte Preissumme seit 2004 beträgt 565000 Franken.

Hinweis

Weitere Bilder von der Verleihung auf www.tagblatt.ch