EHEFRAU GETÖTET: Täter von Untereggen blitzt vor Bundesgericht ab

Der Mann aus Untereggen, der im Jahre 2011 seine Frau getötet hat, ist mit einer Strafanzeige gegen die St.Galler Staatsanwaltschaft und den Präsidenten des Kreisgerichts Rorschach auch beim Bundesgericht abgeblitzt.

Urs-Peter Inderbitzin
Drucken
Teilen
In diesem Haus in Untereggen brachte ein Informatiker seine Ehefrau um. (Bild: Ralph Ribi)

In diesem Haus in Untereggen brachte ein Informatiker seine Ehefrau um. (Bild: Ralph Ribi)

Das Kreisgericht Rorschach hatte den in Untereggen wohnhaften Informatiker im März 2015 wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Das Gericht warf ihm vor, seine Frau erdrosselt und anschliessend im Garten seines Einfamilienhauses in einem Schacht verscharrt zu haben.
Im Sommer reichte der heute 54-jährige Mann gegen Mitarbeitende der Staatsanwaltschaft St.Gallen sowie gegen den Präsidenten des Kreisgerichts Rorschach eine Strafanzeige ein. Den Untersuchungsbehörden warf er vor, im Strafverfahren elektronische Geräte beschlagnahmt und diese nicht zurückgegeben zu haben. Und dem Präsidenten des Kreisgerichts hielt er vor, ihm keinen Aufschluss über die Zusammensetzung der ihm auferlegten Verfahrenskosten gegeben zu haben.

Die Anklagekammer des Kantonsgerichts erteilte keine Ermächtigung zur Eröffnung eines Strafverfahrens. Ein strafbares Verhalten des Kreisgerichtspräsidenten sei nicht ersichtlich und die elektronischen Geräte seien an dessen Schwiegereltern herausgegeben und in der Folge im Einfamilienhaus in Untereggen hinterlegt worden. An der Räumung hätten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft oder die Schwiegereltern teilgenommen. Ein irgendwie geartetes strafbares Verhalten der Staatsanwaltschaft oder der Polizei sei deshalb nicht erkennbar.

Auf eine gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde des Informatikers ist das Bundesgericht kürzlich gar nicht eingetreten. Damit steht nun fest, dass gegen die involvierten Behörden definitiv kein Strafverfahren eröffnet wird. Was die beschlagnahmten elektronischen Geräte betrifft, so liegt auch nach Meinung des Bundesgerichts kein strafbares Verhalten vor, zumal die Gegenstände mit dem gewählten Vorgehen in den Herrschaftsbereich des Informatikers gelangt waren.