Egoistischer Kirchenaustritt

Den Landeskirchen schwinden Mitglieder und so die Einnahmen. Zugleich erfüllen sie soziale Aufgaben wie die Seelsorge (Tagblatt von gestern). St. Galler suchen Gründe und Lösungen.

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Peter Eugster, 59 Polizist, Mörschwil

Peter Eugster, 59 Polizist, Mörschwil

Den Landeskirchen schwinden Mitglieder und so die Einnahmen. Zugleich erfüllen sie soziale Aufgaben wie die Seelsorge (Tagblatt von gestern). St. Galler suchen Gründe und Lösungen.

Die Leute sind heute egoistischer geworden. Viele verlassen die Kirche aus finanziellen Gründen. Gewisse Dienstleistungen wollen sie aber trotzdem in Anspruch nehmen. Auf die neue Situation muss sich die Kirche einstellen. Vielleicht kommt das Geld künftig über Spenden rein.

Die Kirche zu verlassen, ist eine freie Entscheidung. Ich finde die vielen Austritte aber nicht gut. Die Eltern liessen ihr Kind ja aus einem bestimmten Grund taufen. Mir persönlich tun die Kirche und die Gemeinschaft gut. Spirituell nehme ich aus jeder Bibelstunde etwas mit.

Das Geld für die sozialen Tätigkeiten muss nicht unbedingt von Kirchenmitgliedern stammen. Es müssen andere Finanzierungslösungen gefunden werden. Vielleicht sinkt mit den Mitgliederzahlen auch die Nachfrage nach den Dienstleistungen. Die Seelsorge finde ich aber gut.

Heute dominieren offenbar andere Werte. Die Angst vor dem Fegefeuer gibt es nicht mehr, und fürs Gemeinschaftsgefühl, um welches es schliesslich geht, braucht es die Kirche nicht mehr. Sie ist nicht mehr so wichtig wie früher. Dabei tut die Kirche viel Gutes. Für manche ist sie ein wichtiger Anker. Notiert: mha

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