EGGERSRIET: «Ich habe grosse Bedenken»

An der Sonnentalstrasse in Grub ist ein Postautowendeplatz geplant. Der Anwohner Peter Angehrn hat Rekurs eingelegt und wirft dem Gemeinderat vor, das Projekt nicht durchdacht zu haben.

Perrine Woodtli
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An der Sonnentalstrasse in Grub soll ein Wendeplatz für Postautos entstehen. Das Projekt ruft auch Kritiker auf den Plan. Anwohner Peter Angehrn sagt: «Das Projekt ist schlecht geplant.» (Bild: Ralph Ribi)

An der Sonnentalstrasse in Grub soll ein Wendeplatz für Postautos entstehen. Das Projekt ruft auch Kritiker auf den Plan. Anwohner Peter Angehrn sagt: «Das Projekt ist schlecht geplant.» (Bild: Ralph Ribi)

Perrine Woodtli

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@tagblatt.ch

Die Sonnentalstrasse in Grub SG soll saniert werden. Wichtigstes Projekt dabei ist der Postautowendeplatz an der Verzweigung Kirchstrasse. Weiter soll eine Fahrspurverengung vorgenommen und drei aufeinanderliegende Fussgängerstreifen zu einem zentralen Übergang vereint werden. Die Bürger genehmigten das Strassenbauprojekt im vergangenen März.

Einer, der mit den geplanten Änderungen nicht glücklich ist, ist Peter Angehrn. Der 51-Jährige wohnt an der Sonnentalstrasse und hat dort auch seinen Geschäftssitz. Im Sommer hatte er gegen das Bauvorhaben vor seiner Liegenschaft Rekurs eingelegt, der schliesslich an den Kanton weiterging. Die Fahrspurverengung soll durch die Erhöhung des Randsteins sowie Schutzpfosten umgesetzt werden. «Das würde die Einfahrt zu den Abstellplätzen auf meinem Grundstück enorm einschränken», sagt Angehrn. Am meisten Sorgen bereiten ihm aber der Postautowendeplatz und der Fussgängerstreifen. «Die Wendeschlaufe ist zu eng für die Busse», sagt Angehrn. «Beim Wenden müssten die Busse über das Trottoir hinausfahren und würden so die Strasse blockieren.»

Auch der Fussgängerstreifen birgt laut Angehrn Gefahren. Er beisse sich mit der Buswendeschlaufe. Aus seiner Sicht ist es deshalb sinnvoller, den Fussgängerstreifen ein paar Meter zu verschieben, sagt Angehrn. Das Argument der Gemeinde, Schüler würden den Fussgängerübergang dann nicht mehr benutzen, lässt er nicht gelten. «Ich sehe jeweils, dass die meisten Schüler pflichtbewusst den Fussgängerstreifen benutzen.» Erwachsene oder Jugendliche würden nur selten über den Streifen gehen. «Was spielt es also für eine Rolle, ob sie diesen ein paar Meter daneben ignorieren?»

«Bürger werden zu wenig mit einbezogen»

Ihn störe die Art und Weise, wie der Gemeinderat vorgehe, sagt Angehrn. Auf seine Einwände sei nicht richtig eingegangen worden. Auch eine Petition mit 50 Unterschriften habe den Gemeinderat nicht zum Umdenken angeregt. «Die Bürger werden zu wenig mit einbezogen.» Angehrn wirft dem Gemeinderat vor, dass dieser den Leuten ein «fertiges Projekt» verkauft habe, obwohl vieles unklar sei. «Wegen dieser vielen Unklarheiten bin ich mir nicht sicher, ob das Projekt von den Ämtern bewilligt wird», sagt Angehrn. Er betont mehrmals, dass er nichts gegen die Sanierung und den Wendeplatz habe. «Im Gegenteil. Ich finde das Projekt wichtig und sinnvoll. Aber es ist nicht durchdacht.» Bei der Wendeschlaufe habe der Gemeinderat damit geworben, dass Grub ohne den Wendeplatz keinen besseren ÖV-Anschluss erhält. «Das kann ich nachvollziehen», sagt Angehrn. «Als ich aber bei der Postauto AG nachgehakt habe, hiess es, dass nicht garantiert werden könne, dass mit dem Platz auch die Verbindungen kommen.» Solche Dinge verschweige der Gemeinderat.

Keinen unnötigen Rechtsstreit provozieren

Mittlerweile wurde der Rekurs von Angehrn als nichtig erklärt. Dies, weil er die Frist für den Kostenvorschuss verpasst hatte, weil er zu jener Zeit verreist war. Als Angehrn zurück war, entschied er sich, das Ganze zu lassen. «Es ist schade, dass der Rekurs nicht bearbeitet wurde und bloss am Finanziellen scheitert.» Er hätte den Entscheid des Kantons aber nicht weitergezogen. «Ich will keinen Rechtsstreit provozieren. Das nützt niemandem etwas.» Er wolle das Projekt nicht verzögern, es solle aber etwas geschehen. Angehrn habe mit dem Rekurs erreichen wollen, dass der Gemeinderat sich hinterfrage. «Ich will nur eine schlaue, sichere Lösung», sagt Angehrn. «Aber ich habe grosse Bedenken.»

Gemeindepräsident Roger Hochreutener möchte zum Rekurs und der Kritik keine Stellung nehmen. «Der Gemeinderat hat Kenntnis von den Vorbehalten von Peter Angehrn, teilt dessen Meinung jedoch nicht», sagt Hochreutener. Der Gemeinderat habe seine Einwände mehrfach angeschaut und ausreichend diskutiert.